"Ein handfester Skandal"

10-Minuten-Gutachten! PVA verweigert Pension

Trotz schwerem Arbeitsunfall und bestätigter Erwerbsunfähigkeit wurde einem Kärntner Forstarbeiter die Invaliditätspension verweigert.
André Wilding
14.06.2026, 11:00
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Fast vier Jahrzehnte arbeitete ein Kärntner im Forst. Nach einem schweren Arbeitsunfall war an eine Rückkehr in den Beruf nicht mehr zu denken. Dennoch musste der Mann jahrelang um seine Invaliditätspension kämpfen – darüber berichtet die "Kronen Zeitung".

Zahlreiche medizinische Befunde

Der Unfall hätte für den Forstarbeiter tödlich enden können. Zwar bestätigten zahlreiche medizinische Befunde die schweren Folgen und auch die AUVA stellte unmittelbar nach dem Vorfall eine 100-prozentige Minderung der Erwerbsfähigkeit fest. Trotzdem wurde der Antrag auf Invaliditätspension von der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) abgelehnt.

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Besonders für Unverständnis sorgt die Begutachtung. Laut Angaben der Landarbeiterkammer sei der Mann im Rahmen einer nur zehn Minuten dauernden Untersuchung beurteilt worden. Das Gutachten kam dabei laut "Krone" zum Schluss, dass "eine Besserung innerhalb von fünf Monaten" möglich sei. Demnach wäre der Forstarbeiter sogar für Nachtschichten geeignet gewesen.

"Es ist ein handfester Skandal"

"Es ist ein handfester Skandal: Wer 40 Jahre lang die Knochen im Wald hingehalten hat, darf nicht nach einer zehnminütigen Fließband-Untersuchung eiskalt abgewiesen werden", kritisiert der Präsident der Landarbeiterkammer Kärnten Harald Sucher gegenüber der Tageszeitung scharf.

Der Betroffene wandte sich schließlich an die Landarbeiterkammer. In weiterer Folge wurde die Entscheidung der PVA gerichtlich bekämpft. Der Rechtsstreit zog sich über eineinhalb Jahre. Am Ende bekam der Forstarbeiter Recht. "Nach eineinhalb Jahren nervenaufreibendem Gerichtsverfahren wurde dem Betroffenen die Invaliditätspension rechtskräftig zugesprochen", heißt es in der "Krone".

Die Landarbeiterkammer sieht im Fall kein Einzelproblem. Gerade Waldarbeiter würden immer wieder an bürokratischen Hürden bei Pensionen für Schwerarbeiter scheitern. Anträge würden häufig wegen formaler Fehler oder unvollständig ausgefüllter Unterlagen abgelehnt.

Deutlicher Handlungsbedarf

Viele Betroffene würden die Verfahren als belastend erleben. Laut Kammer fühlten sie sich oftmals wie Bittsteller und empfänden die Vorgangsweise als "zutiefst belastend, entwürdigend und ungerecht empfunden", berichtet die Tageszeitung.

Für Präsident Sucher zeigt der Fall deutlichen Handlungsbedarf. "Es kann nicht sein, dass Schwerarbeiter nach einem schweren Arbeitsunfall durch oberflächliche Begutachtungen in jahrelange Gerichtsverfahren gedrängt werden", so Präsident Sucher, der in der "Krone" außerdem betont: "Wer 40 Jahre im Wald gearbeitet hat, darf nicht nach einer zehnminütigen Untersuchung abgewiesen werden."

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