Seit seiner Corona-Infektion hat sich das Leben von Markus Feiertag grundlegend verändert. Der Steirer leidet an schweren Long-Covid- beziehungsweise ME/CFS-Symptomen und sieht sich nicht mehr in der Lage zu arbeiten. Nun will er sich vor Gericht gegen die Ablehnung seiner Invaliditätspension wehren – das berichtet die "Kronen Zeitung".
Der heute 55-Jährige aus Gratkorn beschreibt seinen Alltag als enorme Belastung. Früher stand er als Fußball-Schiedsrichter auf dem Platz, heute seien selbst kurze Wege oft eine Herausforderung. "Früher war ich Fußball-Schiri, jetzt muss ich mich hinsetzen, wenn ich ein paar Schritte gehe. Ob Zähneputzen oder Toilettengang – an manchen Tagen geht gar nichts mehr", erzählt der Steirer der "Krone". Er fühle sich "wie ein Bleibrocken".
Nach seiner Covid-19-Erkrankung entwickelte sich bei ihm ein schweres postvirales Syndrom mit Long-Covid- beziehungsweise ME/CFS-Symptomatik. Da er nach eigenen Angaben nicht mehr arbeitsfähig ist, ist er auf staatliche Unterstützung angewiesen.
Die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) lehnte seinen Antrag auf Invaliditätspension jedoch mit Bescheid vom Jänner 2024 ab. Genau dagegen richtet sich nun eine Klage, die über den Einzelfall hinaus Bedeutung haben könnte, heißt es in dem Bericht der Tageszeitung.
Gemeinsam mit seinem Rechtsanwalt geht Feiertag davon aus, dass die Beurteilung seiner Arbeitsfähigkeit auf fehlerhaften Grundlagen beruhte. Konkret kritisiert er Schulungsunterlagen für Sachverständige, die seiner Ansicht nach nicht dem aktuellen Stand entsprechen. Deshalb klagt er sowohl die PVA als auch die ÖBAK, die Schulungen für Gutachter anbietet.
"Wir gehen davon aus, dass er bei richtigen Gutachten, die nicht auf veralteten und sachlich unrichtigen Schulungsunterlagen basieren, die Pension bekommen hätte", sagt sein Anwalt Hubert Niedermayr gegenüber der Tageszeitung.
Mit der Klage fordert Feiertag die finanzielle Differenz zwischen der von ihm beantragten Invaliditätspension und der Notstandshilfe, die er derzeit bezieht. Der Prozess soll vor dem Landesgericht für Zivilrechtssachen in Wien stattfinden.
Für den Steirer steht dabei auch ein grundsätzliches Anliegen im Mittelpunkt. "Wir Erkrankte haben ein Recht auf vernünftige Leistungen. Schließlich haben wir jahrelang eingezahlt", so Feiertag zur "Krone".