Während Behindertenanwälte und Arbeiterkammer zuletzt scharfe Kritik an PVA-Gutachten äußerten, gibt es auch die umgekehrte Seite: Nämlich ganz gezielte Täuschungen, um an hohe Sozialleistungszahlungen zu kommen. Einen unglaublichen Fall wurde jetzt öffentlich – "Heute" berichtete bereits hier.
Die bisher bekannten Hintergründe: Ein 34-jähriger Mann aus dem Bezirk Neunkirchen steht im Verdacht, über mehrere Jahre hinweg Sozialleistungen erschlichen zu haben. Der Schaden ist enorm: Rund 255.000 Euro soll der Mann laut Polizei zu Unrecht kassiert haben.
Laut Polizei täuschte der Österreicher bei Untersuchungen eine schwere körperliche Beeinträchtigung vor. Diese soll ihn angeblich im Alltag stark eingeschränkt und arbeitsunfähig gemacht haben.
Die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) zahlte daraufhin über Jahre hinweg Ausgleichszahlungen aus.
Die Ermittlungsgruppe Sozialleistungsbetrug (SOLBE) der Polizeiinspektion Gloggnitz nahm den Fall unter die Lupe – und wurde fündig.
Dabei konnten mehrere Täuschungshandlungen nachgewiesen werden. So soll der Mann unter anderem einer Erwerbstätigkeit nachgegangen sein und sich zeitweise im Ausland aufgehalten haben.
Der Verdächtige soll im Zeitraum von April 2016 bis Februar 2026 unrechtmäßig Geld bezogen haben. Neben der PVA wurden auch das Finanzamt Niederösterreich, das AMS sowie das Land Niederösterreich geschädigt.
Bei seiner Einvernahme zeigte sich der 34-Jährige geständig. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wurde er bereits am 27. März 2026 in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert.