Die Arbeiterkammer OÖ schlägt seit Wochen Alarm: Versicherte würden sich bei Begutachtungen der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) schlecht behandelt fühlen, Gutachten seien teils nicht nachvollziehbar, Entscheidungen zu streng. In mehreren Fällen musste das Pflegegeld vor Gericht erkämpft werden.
Kritik gibt es auch an angeblichen Unterschieden zwischen Männern und Frauen sowie an mangelnder Transparenz im System. Die AK stützt sich dabei auf eine Studie und konkrete Einzelfälle – und fordert mit Nachdruck Verbesserungen.
Jetzt meldet sich die PVA gegenüber "Heute" selbst zu Wort. Sie stellt klar, dass die Behandlung der Versicherten oberste Priorität habe: "Ein respektvoller und wertschätzender Umgang ist Voraussetzung jeder Begutachtung." Die Sachverständigen "agieren unparteiisch, unabhängig und frei von persönlichen Meinungen", heißt es weiter.
Grundsätzlich nehme man die "Kritik selbstverständlich äußert ernst". Man wolle die Abläufe bei den Begutachtungen deshalb weiter verbessern. Klar sei: Kritik ist willkommen – aber nicht auf Basis einer Studie, die aus ihrer Sicht kein realistisches Bild der tatsächlichen Lage zeichnet.
Die PVA schießt nämlich scharf gegen die Studie des Forschungsinstituts "Foresight" im Auftrag der AK OÖ. Die Zahlen seien "in keinster Weise repräsentativ" und würden ein verzerrtes Bild zeichnen. Denn: Die eigenen Daten zeigen eine andere Realität. Konkret verweist man darauf, dass für die Studie nur 817 Personen befragt worden seien.
24 Prozent der Pflegegeld-Antragsteller in der Erhebung hätten eine Ablehnung erhalten. Die tatsächliche medizinische Ablehnungsquote in OÖ sei im Vorjahr aber nur bei zehn Prozent gelegen. "Das indiziert sehr stark, dass vermehrt Personen befragt wurden, die eine negative Erfahrung gemacht haben", so das Statement.
Besonders brisant: Für die qualitativen Interviews seien elf Personen herangezogen worden – zehn davon hätten bereits "ein Klagsverfahren gegen die PV angestrengt", erklärt die Versicherung. Und hält außerdem eigene Erhebungen dagegen: Rund 3.000 Kunden, die zuletzt Kontakt mit einer Landesstelle hatten, seien dazu befragt worden.
Dabei liege die Gesamtzufriedenheit im Bereich Begutachtung bei 64 Prozent. Noch deutlicher werde das Bild, wenn Leistungen bewilligt oder Fragen beantwortet wurden: Dann steige die Zufriedenheit sogar auf 86 Prozent. "Wir weisen daher neuerlich ausdrücklich darauf hin, dass die Studie von Foresight nicht im Geringsten repräsentativ ist – weder für die Antragstellenden in Oberösterreich noch für die gesamte österreichische Bevölkerung."