PVA reagiert auf Kritik

"A Terrischer" – Innviertler rechnet nach PVA-Termin ab

Die Kritik an PVA-Gutachtern sorgt für Wirbel: Ein Innviertler schildert "Heute" nun, wie demütigend eine Untersuchung für ihn gewesen sein soll.
Lea Strauch
29.03.2026, 16:14
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Mangelnder Respekt, wenig Transparenz, große Unsicherheit: Eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer OÖ sorgte zuletzt wie berichtet für Kritik an den medizinischen Begutachtungen der Pensionsversicherung (PVA). Betroffene berichten darin von problematischen Erfahrungen. Nun meldete sich auch ein Mann aus dem Bezirk Ried im Innkreis bei "Heute" und erhebt schwere Vorwürfe.

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Der Innviertler schildert eine jahrelange Auseinandersetzung mit der PVA: Nach der Diagnose mehrerer Autoimmunerkrankungen erhielt er laut eigener Aussage zunächst Reha-Geld und Berufsschutz. 2024 wurde ihm beides entzogen – mit der Begründung, seine Leistungsfähigkeit habe sich verbessert. Im April 2025 bekam er vor Gericht schließlich recht: Er habe auch einen Berufsqualifikationstest bestanden, Reha-Geld sei weiter zuzuerkennen.

"Wollen's bis zum St. Nimmerleinstag zu Hause bleiben?"

Für den Mann war die Sache damit aber nicht vorbei. Im Februar dieses Jahres stand erneut eine Begutachtung an, kurz darauf wurde er am 19. März noch zu einem externen Unfallchirurgen in Linz geladen. Diesen Termin schildert der Mann besonders drastisch.

Weil er durch eine Erkrankung auf einem Ohr schwerhörig geworden sei, habe er den Arzt schlecht verstanden. Dessen Bemerkung sei gewesen: "A Terrischer". Dann seien laut dem Betroffenen die Unterstellungen gekommen. Wörtlich habe der Arzt gesagt: "Wollen's denn bis zum St. Nimmerleinstag zu Hause bleiben und nicht mehr arbeiten gehen" und später: "Wollen's denn auf ewig so weitermachen".

Der Innviertler ließ das nicht auf sich sitzen: "Ich machte ihm klar, dass ich für meine Erkrankungen nichts kann und mir das Geld ja nicht geschenkt wird und es sich um eine Versicherungsleistung handelt." Der Arzt habe ihn "mit einem Grinsen" verabschiedet. Für den Mann ist klar: "Es ist das Letzte, wenn sich ein Arzt, der einst einen Eid geschworen hat, so herablassend und – ich muss schon sagen – diskriminierend verhält." Sein Appell an andere Betroffene ist deutlich: "Wehrt euch!"

"Unparteiisch und unabhängig"

Gerade solche Schilderungen stehen im Mittelpunkt der aktuellen Kritik. Die PVA weist pauschale Vorwürfe gegen ihre Gutachter jedoch klar zurück. Gegenüber "Heute" betont die Stelle: "Ein respektvoller und wertschätzender Umgang mit unseren Versicherten ist Voraussetzung jeder Begutachtung." Gutachter würden "unparteiisch, unabhängig und frei von persönlichen Meinungen oder Vermutungen" arbeiten.

Kommunikation und eine "vertrauensvolle Interaktion" seien "die wichtigsten Grundvoraussetzungen" in diesem Bereich. Auch bei den Standards verweist die PVA auf strenge Vorgaben: Gutachter würden ausgebildet, zertifiziert und laufend weitergebildet, dazu gebe es Vier-Augen-Prinzip, Peer-Review-Verfahren und zusätzliche Qualitätskontrollen. Kritik werde aber "selbstverständlich äußerst ernst" genommen.

Kritik an AK-Studie

Zur AK-Studie selbst findet die PVA klare Worte: Diese sei "in keinster Weise repräsentativ" für OÖ oder ganz Österreich. Begründet wird das unter anderem damit, dass überdurchschnittlich viele Personen mit negativen Erfahrungen befragt worden seien: "Für die qualitativen Interviews wurden 11 Personen befragt, wovon 10 ein Klagsverfahren gegen die PV angestrengt hatten", so das Statement. Die Ergebnisse seien daher "einseitig und undifferenziert dargestellt".

{title && {title} } Lstr, {title && {title} } Akt. 29.03.2026, 16:18, 29.03.2026, 16:14
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