Die Kirche wird zur Last: In Steyr steht eine Pfarrgemeinde vor einem drastischen Schritt. Weil Geld fehlt und die Besucher ausbleiben, soll das Gotteshaus in Ennsleite verkauft werden.
Nur noch rund 50 bis 60 Gläubige kommen regelmäßig zur Sonntagsmesse. Gleichzeitig steigen die Kosten für Heizung, Erhaltung und Pflege. "Allen blutet das Herz", sagt Burghard Ebenhöh von der Pfarrgemeinde gegenüber dem "ORF" – doch die finanzielle Realität lasse keine andere Wahl.
Der Bau aus den 1960er-Jahren sei schlicht zu groß geworden. Eine Sanierung? Unleistbar. Deshalb wird nun sogar über einen Verkauf des gesamten Areals nachgedacht. Parallel wird schon nach kleineren Räumen in der Nähe gesucht.
Ganz so einfach ist das aber nicht: Die Kirche steht unter Denkmalschutz. Abriss oder große Umbauten sind tabu. Ein Käufer muss also eine passende Nutzung finden – keine leichte Aufgabe.
Für einen Verkauf braucht es auch die Zustimmung der Diözese Linz. Sie sieht die Entscheidung in Steyr als absoluten Einzelfall: "Wir sind nicht daran interessiert, Kirchen im großen Stil zu verkaufen", so Ordinariatskanzler Christoph Lauermann.