Die Begutachtungen der PVA sind seit Tagen Top-Thema. Viele Menschen fühlen sich durch die Experten falsch eingestuft, die Tests sind erniedrigend. "Ich wurde wie ein Sozialschmarotzer behandelt", sagte eine Person in einer Studie des Forschungsinstituts "Foresight" im Auftrag der Arbeiterkammer OÖ.
Jetzt hat sich auch Claudia F. bei "Heute" gemeldet. Die 66-Jährige schildert, wie es ihr ging. Die Vorgeschichte ist voller Leiden: "Ich habe seit meinem dritten Lebensjahr Asthma". Ihre Krankheit ist derart schlimm, dass F. bereits seit 2007, da war sie 47 Jahre alt, in die Berufsunfähigkeitspension trat.
"Ich wollte jetzt um Pflegegeld ansuchen, da ich inzwischen auch extra Sauerstoff brauche", teilt Claudia F. "Heute" mit. In der Folge kam es zur Begutachtung: "Es kam ein Arzt, aber es dauerte keine 10 Minuten." Nicht einmal abgehört wurde sie, so beschreibt es die Pensionistin.
Das Resultat war für F. hart: "Ich wurde natürlich abgelehnt. Es war so richtig demütigend!"
Jetzt gibt es eine neue, große Studie zu diesen Beschwerden über Gutachten. Fast alle Antragsteller hatten bei der Untersuchung durch die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) bestehende ärztliche Befunde oder Gutachten dabei. Das Problem, so die Studie, bei fast einem Drittel (29%) der Anträge auf Pflegegeld fand keine Berücksichtigung der Vorbefunde statt.
Auszug aus der Studie: "Nur etwa vier von zehn (36%) Antragsteller auf Pflegegeld sind die Kriterien der Gutachten sehr oder ziemlich klar, bei Anträgen auf Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension trifft das nur auf ein Fünftel (20%) zu."
Aus der PVA heißt es dazu gegenüber "Heute": "Die Pensionsversicherung nimmt Kritik selbstverständlich äußert ernst und zum Anlass, unsere internen Bemühungen zur stetigen Verbesserung des Begutachtungsprozesses zu intensivieren. Die Sicht der Betroffenen sowie die gute Kommunikation mit unseren Versicherten ist uns wichtig. Anregungen werden gerne aufgegriffen und Maßnahmen laufend weiterentwickelt."