Jetzt greift die Finanz durch

Fake-Firmen in Österreich für E-Card-Betrug aufgeflogen

Die Finanzpolizei prüft mehr als 200 Firmen, die im Verdacht stehen, nur zum Kassieren von Sozialleistungen gegründet worden zu sein.
Michael Rauhofer-Redl
31.05.2026, 19:45
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Die Finanzpolizei im Amt für Betrugsbekämpfung geht jetzt mit Schwerpunktkontrollen gegen eine neue Betrugsmasche vor, das geht aus einer entsprechenden Aussendung des Finanzministeriums hervor. Im Visier stehen Einpersonenunternehmen, die von Personen aus EU-Nachbarländern in Österreich gegründet wurden – ohne hier tatsächlich zu arbeiten.

Oft wurden die Firmen nur an Büroadressen angemeldet. An manchen Standorten häufen sich gleich zahlreiche Neugründungen. Tatsächlich stehen die Adressen laut Ermittlern leer und dienen nur als Postadresse oder zur Weiterleitung von Schriftstücken.

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Scheinfirmen höhlen Sozialsystem aus

Das Perfide an der Masche: Nach der Gewerbeanmeldung mit einer inländischen Sitzadresse erfolgt die Pflichtversicherung bei der SVS. In den ersten drei Jahren werden nur Mindestbeiträge fällig – rund 150 Euro im Monat. Dafür gibt es Zugang zur Unfall-, Kranken- und Pensionsversicherung sowie zum österreichischen Sozialsystem.

In weiterer Folge können etwa Familienbeihilfe, Wochengeld oder die Mitversicherung von Angehörigen beansprucht werden. Mehr als 200 verdächtige Unternehmen hat die Finanzpolizei bereits identifiziert.

Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) betont: "Als Finanzminister ist mir die Bekämpfung von Steuer- und Sozialleistungsbetrug ein besonderes Anliegen. Vor allem auch aus Gerechtigkeitsgründen."

Auch Vermietern drohen Konsequenzen

Durch das Betrugsbekämpfungsgesetz 2025 kann die SVS nun stärker eingebunden werden. Scheinunternehmen können festgestellt, Versicherungen rückwirkend beendet und Leistungen zurückgefordert werden. Das BMI kündigt in diesem Zusammenhang nun Schwerpunktkontrollen an.

Auch Vermieter solcher Büroadressen könnten Probleme bekommen – vor allem dann, wenn sie ein "Rundum-sorglos-Paket" mit Bürostandort, Gewerbeanmeldung und Behördenwegen angeboten haben, heißt es in der Mitteilung.

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