Diese Zahlen lassen aufhorchen: Österreich hat den trockensten Frühling seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt. Zwischen 1. März und 31. Mai fiel so wenig Niederschlag wie noch nie in der 169-jährigen Messgeschichte der GeoSphere Austria.
Die Bilanz ist eindeutig: Im Vergleich zum Klima-Mittelwert von 1991 bis 2020 gab es österreichweit um 50 Prozent weniger Niederschlag. Damit wurde der bisherige Negativrekord deutlich unterboten. Selbst die bisher extrem trockenen Frühlinge der Jahre 1865 und 1946 kamen nur auf ein Minus von 41 Prozent.
Besonders bemerkenswert: Die Trockenheit betraf nicht nur einzelne Regionen, sondern das gesamte Bundesgebiet. Bereits im März fiel um 58 Prozent weniger Niederschlag als üblich, im April waren es sogar 68 Prozent weniger. Auch der Mai blieb mit einem Minus von 33 Prozent deutlich zu trocken.
"Was hinzukommt: Es war ja bereits der vorangegangene Winter ebenfalls deutlich zu wenig Niederschlag brachte", erklärt Klimatologe Alexander Orlik von der GeoSphere Austria. "Das führte zu einer deutlichen Verschärfung der vorherrschenden Trockenheit. In manchen Regionen hat es zwar im Mai schon immer wieder geregnet, was die Situation in den oberen Bodenschichten vorerst entschärft hat."
Besonders hart traf es Oberösterreich und Salzburg. Im Innviertel und im angrenzenden Flachgau fehlten im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt bis zu 80 Prozent des üblichen Niederschlags. Auch im Mühl- und Waldviertel, in der Obersteiermark sowie in Teilen Kärntens und Tirols lagen die Defizite bei bis zu 65 Prozent.
Neue Negativrekorde wurden auch an mehreren Wetterstationen gemessen. Dazu zählen unter anderem Lienz in Osttirol, wo seit 1854 Daten aufgezeichnet werden, sowie Ried im Innkreis.
Doch nicht nur die Trockenheit sticht in der Frühjahrsbilanz hervor. Nach einem wechselhaften Verlauf sorgte vor allem das Ende des Mai für außergewöhnlich hohe Temperaturen. An insgesamt 20 Wetterstationen der GeoSphere Austria wurden neue Mai-Rekorde registriert.
In Lienz kletterte das Thermometer am 26. Mai auf 33,3 Grad. Damit wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2009 um gleich 1,1 Grad übertroffen. Österreichweit lag der Frühling 2026 um 1,2 Grad über dem Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020.