Dieser Fall hat es in sich: Eine 60-Jährige aus dem Bezirk Braunau musste sich am Donnerstag am Landesgericht Ried verantworten. Der Vorwurf: schwerer Betrug. Im Februar 2025 soll sie in Helpfau-Uttendorf (Bez. Braunau) bei der Pensionsversicherungsanstalt Oberösterreich zwei verfälschte Unterlagen eingereicht haben: einen Ambulanzbrief und einen neuropsychologischen Bericht.
Mit den Dokumenten sollte laut Anklage eine Invaliditätspension für ihren Ehemann erreicht werden. Wäre der Plan aufgegangen, hätte die PVA einen Schaden von exakt 174.732,74 Euro erlitten. Brisant: Zunächst stand der Ehemann selbst im Fokus der Justiz.
Er wurde jedoch bereits rechtskräftig vom Betrugsvorwurf freigesprochen. Im Verfahren gegen ihn erhärtete sich der Verdacht, dass nicht er, sondern seine Frau hinter der Tat gestanden haben könnte. Bei einer Verurteilung hätten der Frau bis zu drei Jahre Haft gedroht.
Am Donnerstag gab es schließlich keine Verurteilung. Wie Gerichtssprecher Stefan Kiesl gegenüber "Heute" erklärt, bot das Schöffengericht der Frau eine Diversion an, "weil sich die Angeklagte vollinhaltlich geständig und reumütig zeigte".
Die 60-Jährige muss nun 1.000 Euro Geldbuße sowie Pauschalkosten zahlen. Sobald der Betrag beglichen ist, wird das Verfahren endgültig eingestellt.