Wer einen neuen Kassenarzt sucht, braucht oft viel Geduld. Eine österreichweite Studie zeigt jetzt das Ausmaß des Problems: Im Schnitt nimmt rund jede dritte Kassenpraxis keine neuen Patienten mehr auf (Studie von krankenversichern.at unter 1.112 Kassenordinationen).
Besonders schwierig ist die Lage bei Haut- und Frauenärzten. Dort haben laut Studie rund zwei von drei Ordinationen einen Aufnahmestopp. Wer neu einen Termin sucht, scheitert häufig bereits bei der ersten Anfrage.
Auch bei HNO-Ärzten, Psychiatern und Orthopäden bleibt für viele Patienten die Tür verschlossen. Selbst bei Hausärzten, wo der Zugang noch vergleichsweise gut funktioniert, nimmt mehr als jede dritte Ordination keine neuen Patienten auf.
Für Betroffene bedeutet das oft längere Wartezeiten, weitere Anfahrtswege und die mühsame Suche nach einer freien Praxis.
Die Studienautoren sehen hinter den Zahlen kein mangelndes Interesse der Ärzte, sondern ein strukturelles Problem. Viele Ordinationen würden ihre Patientenzahl begrenzen, um die Behandlungsqualität aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig steige die Nachfrage, während unbesetzte Kassenstellen und der Wechsel vieler Ärzte in den Wahlarztbereich zusätzlichen Druck erzeugen.
"Wenn in der typischen Fachrichtung rund jede dritte Kassenpraxis keine neuen Patient:innen mehr aufnimmt und in manchen Fächern sogar zwei von drei, dann reden wir nicht über Einzelfälle, sondern über ein strukturelles Kapazitätsproblem", heißt es in der Auswertung.
Für die Untersuchung wurden zwischen 18. Mai und 5. Juni 2026 insgesamt 1.112 Kassenordinationen in ganz Österreich befragt.