Ärger über Kassenärzte

Ärzte-Krise: Fast 4 Millionen schon privat versichert

Immer mehr Österreicher schließen eine private Krankenversicherung ab. Hauptgrund sind lange Wartezeiten bei Kassenärzten.
Österreich Heute
26.05.2026, 18:14
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Immer weniger Österreicher vertrauen auf öffentliche Gesundheits-Leistungen. Vor wenigen Jahren war es noch völlig undenkbar, doch die private Krankenversicherung boomt wie noch nie zuvor.

Laut einer aktuellen Marktanalyse sind heuer bereits 3,66 Millionen Menschen privat versichert. Damit verfügen erstmals vier von zehn Österreichern über einen Zusatzschutz – konkret sind es bereits 39,7 Prozent der Bevölkerung.

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Der Hauptgrund für diesen starken Anstieg: Immer mehr Menschen wollen lange Wartezeiten bei Kassenärzten vermeiden und schneller Arzttermine bekommen.

Über 600.000 neue Versicherte

Besonders auffällig ist die Entwicklung der vergangenen Jahre. Seit 2014 ist die Zahl der Privatversicherten laut Analyse um mehr als 600.000 gestiegen. Allein im Jahr 2025 kamen rund 86.000 neue Versicherte dazu.

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"Wartezeiten von bis zu 63 Tagen beim Kassenarzt machen die Privatversicherung für viele zur absoluten Notwendigkeit", sagt Sebastian Arthofer, Co-Gründer von krankenversichern.at. "Sieben von zehn Personen nennen heute genau diesen Engpass als Hauptmotiv für ihren Abschluss."

Kärnten an der Spitze

Große Unterschiede gibt es auch zwischen den Bundesländern. Wien liegt mit knapp 938.000 Privatversicherten österreichweit an der Spitze. Relativ gesehen führt aber Kärnten: Dort hat bereits mehr als jeder Zweite eine private Krankenversicherung.

Am niedrigsten ist die Quote in Niederösterreich. Dort verfügen laut Analyse knapp 29 Prozent über einen privaten Zusatzschutz.

Wahlarzt-Boom treibt Kosten

Mit dem Boom bei Privatversicherungen steigen auch die Kosten deutlich an. Besonders stark wachsen die Ausgaben für Wahlarztbesuche. Diese erhöhten sich heuer um 10,1 Prozent auf mehr als 355 Millionen Euro.

Auch die Kosten für Medikamente steigen kräftig. Laut Analyse gab es hier ein Plus von 14 Prozent.

"Der Haupttreiber für den Abschluss einer privaten Krankenversicherung ist fast immer das Bedürfnis nach einem zeitnahen Arzttermin", erklärt Arthofer. Wer zum Wahlarzt gehe, bekomme oft auch weiterführende Therapien oder zusätzliche Medikamente verschrieben.

Immer mehr Experten warnen deshalb vor einer Zwei-Klassen-Medizin, bei der Kassenpatienten deutlich länger auf Behandlungen warten müssen als Privatversicherte.

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