Monatelange Wartezeit

Ewig kein Arzttermin – "Musste mich flüssig ernähren"

Seit Tagen hat Paul B. unsagbare Kieferschmerzen. Essen ist eine Qual, im Spital bekommt der Wiener frühestens in vier Monaten einen Termin.
Jana Stanek
05.05.2026, 05:30
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"Ich quäle mich durch die Tage", sagt Familienvater Paul B. (Anm.: Name geändert) zu "Heute". Der 34-Jährige saß vor einer Woche beim Mittagessen, als sich plötzlich sein Kiefer verschob, es setzten höllische Schmerzen ein.

Termin in vier Monaten

Seither kann er keine normalen Mahlzeiten zu sich nehmen. Erst versuchte der Wiener, seinen Kiefer selbst wieder einzurenken, doch die Schmerzen im Gelenk blieben. "Ich wollte mich dann richtig beraten lassen", sagt B.

Immer wieder wurde der Vater an verschiedene Spitäler verwiesen. Überall versuchte er vergeblich, einen Behandlungstermin zu bekommen. "Teils bekam ich gar keine Terminauskunft. Eine Klinik gab an, ich müsse bis September auf einen Termin warten."

Fast ausschließlich Flüssignahrung

Ohne Termin brauche er es laut den Sprechstundenhilfen gar nicht erst in einer Klinik versuchen, die Chancen, spontan drangenommen zu werden, seien zu gering. Bereits von drei Spitälern wurde er telefonisch abgewimmelt. "Ich habe mittlerweile aufgegeben und hoffe einfach, dass es von selbst besser wird."

Um sich irgendwie ernähren zu können, hat Paul B. sich nun mit Shakes und Flüssignahrung eingedeckt. Befriedigend ist das keineswegs, doch Kauen ist nur unter schlimmen Schmerzen möglich. "Ich muss versuchen, einmal am Tag etwas Normales zu essen, sonst werde ich wahnsinnig", beschreibt er sein Leiden.

Immer häufigeres Problem

Immer mehr Studien zeigen, dass derart lange Wartezeiten mittlerweile längst keine Seltenheit mehr sind. Egal, in welche Fachrichtung man blickt – mehrere Wochen sind oft die Norm.

Die Ursachen für solche Probleme sind laut dem Ratgeberportal "krankenversichern.at" klar: Es fehlt an Fachkräften. Auch Folgen aus der Corona-Pandemie sind nach wie vor spürbar. Hinzu kommt, dass die Bevölkerung wächst und älter wird, somit der Bedarf an medizinischen Leistungen.

In einer Aussendung Anfang des Jahres betonten mehrere Ärztinnen und Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen jedoch: In Akutfällen ist ein Termin innerhalb von 48 Stunden im Regelfall möglich.

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