Dieser Prozess am Wiener Landesgericht am Dienstag dürfte nichts für schwache Mägen sein: Nach einem wilden Streit auf der Wiener Donauinsel verlor ein Syrer (27) sein halbes Ohr.
Laut Anklage habe ihm das ein vorbestrafter Landsmann (28) im wilden Gerangel abgebissen. Tatsächlich ist das Opfer somit für sein Leben entstellt, denn Ärzte der Klinik Ottakring konnten nur noch eine Teilamputation des Hörorgans feststellen. Das abgebissene Stück tauchte nach dem Streit übrigens nie wieder auf.
Grund für die sinnlose Gewalteskalation unter den Flüchtlingen soll ein simpler Streit um geborgtes Geld gewesen sein. Zur Aussprache auf der Donauinsel brachten beide Kontrahenten jeweils ihre Brüder mit – die Lage geriet am 15. August 2025 schnell außer Kontrolle: Nach Schlägen hätten zwei der Männer Messer gezückt, dann stürzten das spätere Opfer gemeinsam mit dem Angeklagten in die Fluten der Donau.
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Im Wasser soll der Angeklagte versucht haben, sein Gegenüber unterzutauchen. Während sich das Opfer aus dem Würgegriff lösen wollte, biss der Angreifer offenbar zu, zerfleischte ihm das Ohr.
Im ersten Prozess zur Causa, bei dem das Opfer ebenfalls angeklagt war, hatte der Bruder des jetzigen Angeklagten "die Krot geschluckt" und die ganze Schuld auf sich genommen. Doch das Gericht traute den getätigten Aussagen ganz und gar nicht. Das Ohr-Opfer kam da übrigens mit einem Freispruch davon.
Nun kommt es zur Neuauflage des Donauinsel-Prozesses – wieder ist der Ausgang ungewiss, die Unschuldsvermutung gilt. Fest steht nur: Das von Noah McElheney vertretene Opfer fordert jetzt hohes Schmerzengeld. Und der Angeklagte ist diesmal kein Unbekannter: Denn bereits im Jahr 2024 fasste der ledige Lagerarbeiter acht Monate bedingte Haft wegen Körperverletzung und Diebstahl aus. Jetzt droht dem Syrer neben einem empfindlichen Urteil auch der Widerruf der früheren Strafe und am Ende vielleicht sogar Abschiebung.