Ab Juli klafft in Marchtrenk eine Lücke in der medizinischen Versorgung: Der einzige Frauenarzt geht mit Juli in Pension. Damit verliert die rund 15.000-Einwohner-Stadt ihre gynäkologische Kassenordination. Bürgermeister Paul Mahr (SPÖ) schlägt nun Alarm und fordert die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) zum Handeln auf.
Brisant: Laut Stadt gibt es bei der ÖGK Überlegungen, die offene Planstelle in Marchtrenk mit jener in Wels zusammenzulegen – als Gruppenpraxis in Wels. Für die Kommune wäre das ein klarer Rückschritt. Patientinnen müssten künftig ausweichen, statt direkt vor Ort betreut zu werden.
"Es kann nicht sein, dass eine Stadt unserer Größenordnung künftig ohne gynäkologische Kassenversorgung auskommen muss", betont Mahr. Besonders für Frauen, ältere Menschen und Familien sei kurze Erreichbarkeit entscheidend.
Der Bürgermeister appelliert deshalb an die ÖGK, die Planstelle weiter auszuschreiben und rasch nachzubesetzen: Sie solle "so lange ausgeschrieben" bleiben, "bis eine Besetzung möglich ist".
Schon jetzt sei es schwierig, zeitnah Termine bei Fachärzten zu bekommen. Zusätzliche Wege nach Wels würden die Lage weiter verschärfen. Im Rathaus blickt man deshalb mit großer Sorge auf die Entwicklung.
Doch auch an anderer Stelle drückt der Ärztemangel: "Marchtrenk sucht zudem dringend eine Hautärztin beziehungsweise einen Hautarzt", sagt Mahr. Für ihn ist klar: "Die medizinische Versorgung in einer wachsenden Stadt muss mit der Bevölkerungsentwicklung Schritt halten."