In Bad Ischl kocht die Stimmung: Die geplante Streichung einer Kassenstelle für einen Hausarzt im Ortsteil Kaltenbach sorgt für scharfe Kritik aus dem Rathaus. Die Bürgermeisterin spart nicht mit deutlichen Worten.
"Diese Entscheidung ist für mich völlig unverständlich und nicht akzeptabel", so Ines Schiller (SPÖ). "Hier wird sehenden Auges die medizinische Versorgung eines ganzen Ortsteils aufs Spiel gesetzt", stellt sie klar.
Besonders brisant: Es gäbe längst eine Lösung. Mit einer erfahrenen Ärztin stehe eine Nachfolge bereit, die die Patienten bereits kennt. Laut Schiller sei es "schlicht nicht erklärbar, warum eine funktionierende und naheliegende Lösung verhindert wird, während gleichzeitig von Versorgungsengpässen gesprochen wird".
Schon jetzt seien die bestehenden Praxen am Limit. Ein Wegfall der Stelle würde die Lage weiter zuspitzen. "Hier wird nicht verbessert, sondern massiv verschlechtert – und das auf dem Rücken der Menschen vor Ort."
Auch mögliche Spargründe lässt die Ortschefin nicht gelten: "Wenn Sparmaßnahmen dazu führen, dass die wohnortnahe ärztliche Versorgung ausgedünnt wird, dann läuft im System etwas grundlegend falsch. Gesundheit darf kein Sparposten sein." Ihre Forderung and die Gesundheitskasse ist klar: Die Entscheidung müsse zurückgenommen werden.
"Die Kassenstelle muss als eigenständige hausärztliche Praxis erhalten bleiben und neu ausgeschrieben werden. Alles andere ist ein Schlag ins Gesicht der Bevölkerung." Und sie kündigt an: "Ich werde nicht zulassen, dass diese Fehlentscheidung zulasten unserer Bürgerinnen und Bürger umgesetzt wird."