ÖGK in Finanznot

Krankenkasse kämpft mit Milliardenloch: Das droht jetzt

Die Finanzlage der Gesundheitskasse spitzt sich dramatisch zu: Wo vor wenigen Jahren noch Milliardenreserven waren, klafft inzwischen ein Loch.
Newsdesk Heute
17.03.2026, 20:18
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Der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) geht das Geld aus: Von einst 1,4 Milliarden Euro Rücklagen im Jahr 2020 ist kaum etwas übrig. Ende 2024 reichten die Reserven nicht einmal mehr, um das Jahresminus zu decken – 25 Millionen Euro waren ungedeckt. Auch die gesetzlich vorgesehene Rücklage ist aufgebraucht, wie die "Krone" am Dienstag berichtet.

Grund sind jahrelange hohe Defizite: Seit 2020 schreibt die Kasse durchgehend Verluste von mehreren hundert Millionen Euro pro Jahr. Im Jahr 2020 lag das Minus bei 551 Millionen Euro, 2021 bei rund 627 Millionen Euro. 2022 betrug das Defizit 301 Millionen Euro, 2023 waren es 410 Millionen Euro und 2024 lag es bei 550 Millionen Euro. Und die Lage dürfte sich weiter verschärfen – bis 2028 wird mit einem jährlichen Minus von rund 948 Millionen Euro gerechnet.

"Die Liquidität wird aufgrund des demographischen Wandels schwierig zu erhalten sein", warnt Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer. Sparpakete und höhere Beiträge würden nicht ausreichen: "Wenn es so weitergeht, sieht die Situation sehr schlecht aus. Die einzige Möglichkeit werden Leistungskürzungen sein."

Ministerin schließt Staatshilfen aus

Zusätzliche Staatshilfen sind vorerst nicht in Sicht. Gesundheitsministerin Korinna Schumann betont: "Aus unserer Sicht gibt es derzeit keine Möglichkeit, weitere Mittel zuzuschießen." Dennoch gilt eine Pleite als unrealistisch. "Auch wenn die staatlichen Budgets ebenso strapaziert sind, wird es ohne staatliche Zuschüsse oder Leistungsanpassungen wohl nicht gehen", wird Experte Florian Bachner in der "Krone" zitiert.

Haupttreiber der Kosten sind steigende Ausgaben – vor allem für Spitäler (plus über eine Milliarde seit 2020), Ärztehonorare und teure Medikamente. Auch das Krankengeld ist seit 2019 um rund 500 Millionen Euro gestiegen. Die Ausgaben wachsen damit deutlich schneller als die Einnahmen.

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