Die ursprünglich aus der Dnjepr-Bucht im Schwarzen Meer stammende Quaggamuschel breitet sich zunehmend in Kärntner Badeseen aus.
Die invasive Art wurde erstmals 2022 in Kärnten nachgewiesen und stellt seither eine Gefahr für die heimische Tierwelt dar.
Die Muschel verdrängt einheimische Arten aus deren Lebensräumen und kann durch ihre scharfen Schalen bei Badegästen Schnittverletzungen verursachen. Auch die Fischerei ist betroffen, weil die Quaggamuschel zu einer Reduktion von Plankton und Fischnährtieren führt.
Wie "5min" berichtet, appelliert Villachs Stadtrat Sascha Jabali Adeh (ERDE) an die Bevölkerung, Wassersportgeräte, Boote und Badesachen nach der Benutzung gründlich mit heißem Wasser zu reinigen. Nur so könne die weitere Ausbreitung der Muschel eingedämmt werden.
Erste Funde der Quaggamuschel gab es bereits 2016 im Bodensee. Mittlerweile sind auch Seen in Oberösterreich, Salzburg sowie in der Alten Donau betroffen. In Kärnten wurden eindeutige Hinweise für den Wörthersee, Keutschacher See, Ossiacher See, Millstättersee und Weißensee gefunden.
Die Verbreitung erfolgt vor allem über Sportgeräte, Schiffe und Badesachen. Daher ist es laut Experten wichtig, diese Gegenstände nach dem Gebrauch sorgfältig zu reinigen und zu trocknen, damit die Larven nicht in andere Gewässer gelangen.
Die Quaggamuschel verursacht zudem Schäden an Wasserentnahmeanlagen, da sie mit ihrer raschen Vermehrung Rohre und Filter verstopft. Für Badegäste besteht wegen der scharfen Schalen Verletzungsgefahr. Auch Berufs- und Angelfischerei leiden unter den Folgen der Ausbreitung.