Die Causa um das "Gabalier-Haus" am Seecorso 52 in Velden (Ktn.) spitzt sich weiter zu. Für den Luxusbau in Kärnten liegt bereits ein gültiger Abrissbescheid der BH Villach vor, wir berichteten. Trotzdem ist eine Rettung der Immobilie am Wörthersee nicht völlig ausgeschlossen – allerdings nur mit einem neuen touristischen Nutzungskonzept.
Das Gebäude wurde ursprünglich mit touristischer Widmung errichtet. Laut rechtskräftigem Urteil des Landesverwaltungsgerichts befinden sich darin jedoch Eigentumswohnungen. Eine davon erwarb Superstar Andreas Gabalier im Jahr 2019 um 2,5 Millionen Euro. Wie die anderen Eigentümer darf aber auch er das Gebäude nicht mehr betreten.
Errichtet wurde das Objekt 2016 von Unternehmer und Ex-ÖVP-Baureferent Wolfgang Schmalzl. Er wollte die Immobilie bis zuletzt gemeinsam mit Eigentümern und der Prodinger Tourismusberatungs GmbH retten. Geplant war ein touristisches Nutzungskonzept. Doch nachdem drei andere Wohnungseigentümer geklagt hatten, musste seine Marina Village Schmalzl GmbH laut "Standard" schon im März Insolvenz anmelden – der Betrieb wurde geschlossen.
Das touristische Konzept liegt inzwischen bei der Gemeinde Velden. Die neue Bürgermeisterin Margit Heissenberger (SP) muss sich nun mit dem heiklen Fall befassen. Laut ihr bestehe aus Sicht der Gemeinde grundsätzlich ein öffentliches Interesse daran, sensible Lagen am See geordnet, standortverträglich und rechtlich sauber touristisch zu nutzen. Ob das im konkreten Fall noch möglich ist, könne noch nicht beurteilt werden. Es muss nun erst einmal geprüft werden, ob das Tourismuskonzept wirklich tragbar ist.
Der Abrissbescheid habe für einen riesigen "Imageschaden für die ganze Region" gesorgt, meint auch der Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatungs GmbH, Thomas Reisenzahn in der "Kleinen". Er ist von dem neuen Konzept überzeugt. Doch ob das "Gabalier-Haus" am Wörthersee noch gerettet werden kann, hängt nun von der rechtlichen Prüfung ab.