Terror-Prozess in Villach

"Gefährlichster Häftling" – IS-Killer hinter Panzerglas

Nach dem Terroranschlag von Villach steht der mutmaßliche Täter (24) ab Mittwoch in Klagenfurt vor Gericht. Die Sicherheitsmaßnahmen sind massiv.
André Wilding
27.05.2026, 08:04
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Mehr als ein Jahr nach dem tödlichen Terroranschlag von Villach beginnt am Mittwoch der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter am Landesgericht Klagenfurt. Dem 24-jährigen Syrer werden Mord, versuchter Mord und terroristische Straftaten vorgeworfen.

Bei dem Attentat am 15. Februar 2025 wurde ein 14-jähriger Bub getötet, fünf weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Seit der Tat sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft, gilt als äußerst schwierig. "Er ist der mit Abstand gefährlichste Häftling, den wir in Kärnten je hatten", teilte der Leiter der Justizanstalt Klagenfurt unlängst gegenüber der "Kleinen Zeitung" mit.

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"Sondereinheiten vor Ort"

Sein Pflichtverteidiger Philipp Tschernitz erklärte gegenüber "ORF Kärnten", der Beschuldigte habe sich ihm gegenüber stets ruhig verhalten. Rund um den Prozess gelten nun außergewöhnliche Sicherheitsmaßnahmen.

Laut Gerichtssprecher Christian Liebhauser-Karl gibt es sowohl eine Innen- als auch eine Außensicherung, zudem stehen Sondereinheiten im Einsatz. "Details kann ich natürlich nicht bekannt geben, aber es gibt eine Innensicherung, es gibt eine Außensicherung, es sind Sondereinheiten vor Ort. Ich hoffe, wir sind gut vorbereitet", sagt Liebhauser-Karl zu "ORF Kärnten".

Spezielle Fuß- und Handfesseln

Auch innerhalb der Justizanstalt gilt der Angeklagte als Hochrisiko-Häftling. Seine Zelle wird videoüberwacht, das Bett ist fix montiert. Zudem erhält der 24-Jährige ausschließlich weiches Einwegbesteck, um Verletzungen zu verhindern.

Zum Prozess wird der junge Mann mit speziellen Fuß- und Handfesseln in den Verhandlungssaal gebracht. Dort muss er hinter einer gepanzerten Glastrennwand Platz nehmen. "Die ist notwendig aufgrund der Sicherheitseinschätzung, die wir in enger Verbindung mit den Sicherheitsbehörden treffen mussten. Unser Hauptziel ist es, die Geschworenen zu schützen und weiters auch die Verfahrensparteien hier beim Landesgericht Klagenfurt", wird Liebhauser-Karl in dem ORF-Bericht zitiert.

Während der beiden Verhandlungstage gelten strenge Regeln. Weder Bild- noch Tonaufnahmen sind erlaubt, selbst Zeichnungen sind untersagt. Auch die 27 akkreditierten Journalisten sowie rund 150 Zuhörer dürfen keine Handys oder Laptops in den Saal mitnehmen.

Lebenslange Haft droht

Der Gerichtssprecher verwies gegenüber "ORF Kärnten" auf die außergewöhnlichen Umstände des Verfahrens. "Bedingt einerseits durch die Persönlichkeit des Angeklagten, auch durch die inkriminierten Handlungen. Wir sprechen hier von einem Attentat auf offener Straße und das macht es einfach notwendig, dieses Film- und Fotoverbot lückenlos umzusetzen."

Für den Prozess sind mehrere Zeugen und Sachverständige geladen, darunter auch Überlebende des Anschlags. Dem Angeklagten droht lebenslange Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung. Noch bevor der Prozess begonnen hat, steht fest: Ein derartiges Sicherheitsaufgebot hat es am Landesgericht Klagenfurt bisher noch nie gegeben.

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