Ein Gespräch beim AMS Bregenz endete vor Gericht: Ein Rumäne musste sich laut "Kronen Zeitung" verantworten, weil er einer Mitarbeiterin der Behörde mit dem Abfackeln des Gebäudes gedroht haben soll.
Auslöser war die drohende Streichung seiner Notstandshilfe. Der Mann hatte laut Gericht über einen längeren Zeitraum keinen geforderten Einstellungsnachweis vorgelegt. Gegenüber seiner Sachbearbeiterin habe er stattdessen wiederholt Gründe genannt, warum er derzeit keiner Arbeit nachgehen könne.
Am 25. März spitzte sich die Situation schließlich zu. Die zuständige Mitarbeiterin stellte klar, dass die Notstandshilfe gestrichen werden könnte, falls bis zum nächsten Kontrolltermin kein Einstellungsnachweis erbracht werde. Laut Anklage reagierte der Mann darauf mit einer Drohung und kündigte an, das AMS-Gebäude anzuzünden.
Vor Gericht wies der Beschuldigte diesen Vorwurf zurück. "Ich habe gesagt, ich werde die Sachbearbeiterin 'anzeigen', weil sie ihren Job nicht richtig macht", wird der Mann in der "Krone" zitiert. Von einem Anzünden sei nie die Rede gewesen, erklärte er. Eine Anzeige gegen die Mitarbeiterin habe er letztlich aber nicht eingebracht.
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Die AMS-Mitarbeiterin schilderte den Vorfall anders. Der Mann sei im Verlauf des Gesprächs zunehmend aggressiv geworden. "Er hat mich nicht ausreden lassen, wurde immer lauter und hat am Schluss gesagt, dass er das AMS Bregenz anzünden werde", sagte sie laut "Krone" vor Gericht. Ein damals hinzugezogener Kollege bestätigte die Drohung grundsätzlich als Zeuge.
Die Verteidigung verwies auf mögliche Sprachprobleme und plädierte auf Freispruch. Richterin Verena Wackerle folgte dieser Argumentation jedoch nicht. Sie sprach den Mann der schweren Nötigung schuldig und verhängte sechs Monate Haft bedingt. Zusätzlich wurde eine Geldstrafe von 5.400 Euro ausgesprochen.
Deutliche Worte fand die Richterin laut "Krone" auch bei der Urteilsbegründung: "Sie glauben, Ihnen gehört die Welt. Sie kommen nach Österreich und genießen alle Vorteile. Würden sich alle so verhalten, wäre der Sozialstaat schon lange an die Wand gefahren."