Der Wunsch nach einem eigenen Garten mitten in der Stadt bleibt ungebrochen. Laut einer aktuellen Analyse des Grundbuchexperten Immounited wechseln in Wien seit 2016 jährlich rund 150 Kleingärten den Besitzer. Dabei wird der Markt immer stärker von Privatpersonen geprägt.
Für die Auswertung wurden Kleingarten-Transaktionen aus den Jahren 2016 bis 2020 mit jenen aus dem Zeitraum 2021 bis Ende 2025 verglichen. Das Ergebnis: Der durchschnittliche Quadratmeterpreis stieg von 562 Euro auf 896 Euro – ein Plus von rund 60 Prozent.
Je nach Bezirk gibt es allerdings deutliche Unterschiede: Am teuersten sind Kleingärten laut der Auswertung in Döbling. Dort kostet der Quadratmeter im Schnitt 1.297 Euro. Dahinter folgen Ottakring (1.269 Euro), Donaustadt (1.129 Euro) und Hernals (1.113 Euro). Deutlich günstiger sind Kleingärten in Liesing (778 Euro), Floridsdorf (809 Euro) und Leopoldstadt (814 Euro).
Besonders stark sind die Preise in der Leopoldstadt gestiegen. Dort legten die Quadratmeterpreise gegenüber dem Vergleichszeitraum um 125 Prozent zu. Ebenfalls kräftige Preissteigerungen verzeichneten Floridsdorf (+80 Prozent), Döbling (+75 Prozent), Liesing (+73 Prozent) und Ottakring (+72 Prozent). Die geringsten Zuwächse gab es in Simmering (+33 Prozent) und Hernals (+33 Prozent).
Auch bei der Zahl der Transaktionen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Bezirken. Den größten Zuwachs verzeichnete Döbling, wo um 140 Prozent mehr Kleingärten verkauft wurden als im Vergleichszeitraum.
Auch in der Donaustadt (+38 Prozent) sowie in Hernals (+13 Prozent) und Simmering (+12 Prozent) stieg die Zahl der Verkäufe. Rückgänge gab es dagegen unter anderem in der Leopoldstadt (-66 Prozent), Ottakring (-56 Prozent) und Hietzing (-44 Prozent).
Der Wiener Kleingartenmarkt wird immer stärker von Privatpersonen bestimmt. Während zwischen 2016 und 2020 noch 45 Prozent der Verkäufe von privaten Eigentümern stammten, lag dieser Anteil zwischen 2021 und Ende 2025 bereits bei 67 Prozent. Entsprechend sank der Anteil gewerblicher und öffentlicher Anbieter von 55 auf 33 Prozent.
"Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Kleingärten in Wien sind zu einem ernstzunehmenden Marktsegment geworden. Die Preisentwicklung der vergangenen Jahre unterstreicht dabei, wie stark der Wunsch nach Grünraum und Rückzugsmöglichkeit in der Stadt bewertet wird - sowohl emotional als auch ökonomisch", betont Immounited-CEO Roland Schmid.
Für die Analyse wurden Kleingarten-Transaktionen aus den Jahren 2016 bis 2025 mit einer Parzellen-Gesamtfläche von maximal 1.000 Quadratmetern herangezogen. Die Auswertung erfolgte nach Kaufvertragsdatum. Bezirke mit zu geringer Datenbasis wurden nicht berücksichtigt.