Zehn Jahre lang stand Herbert Schweiger an der Spitze der Wiener Volkshochschulen. Im Herbst tritt der Geschäftsführer seinen wohlverdienten Ruhestand an. Zeit, Bilanz zu ziehen. "Das Motto lautete von Anfang an ,Bildung für alle‘. Mein Ziel war es, dieses aufrechtzuerhalten", so Schweiger.
Nächstes Jahr feiern die Wiener Volkshochschulen ihr 140-jähriges Bestehen. Insgesamt 25 Jahre war Schweiger hier tätig, davon zehn Jahre als Geschäftsführer. "Es ist uns in dieser Zeit gelungen, Bildung leistbar, niederschwellig und für breite Bevölkerungsgruppen zugänglich zu halten sowie gleichzeitig Qualität und Reichweite konsequent auszubauen", erklärt er.
Mit mehr als 270.000 Kursen und 2,4 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmern in den vergangenen zehn Jahren blickt Schweiger stolz zurück. "Die VHS sind Bildungsnahversorger", sagt er. Der Anteil der erreichten Wiener Bevölkerung stieg von 5,5 Prozent im Jahr 2016 auf 9,5 Prozent im Jahr 2025.
Aktuell verfügen die Wiener Volkshochschulen über 31 Standorte und neun spezialisierte Einrichtungen. Einen "Meilenstein" stellt für Schweiger die 2021 im Wiener Gemeinderat beschlossene Sanierung und Modernisierung der Standorte bis 2030 dar. "Bis 2030 geht sich alles aus", zeigt er sich zuversichtlich. Derzeit befinden sich die Standorte im 2. und 23. Bezirk in Planung.
Vier Standorte wurden in den vergangenen zehn Jahren neu eröffnet: die VHS Seestadt (2021), die VHS Kulturgarage (2022), die VHS Sophienpark (2026) und die VHS Donaustadt (2026). Mit der Stadt Wien habe man sich zudem auf ein "faires" Finanzierungsübereinkommen in Höhe von 32 Millionen Euro geeinigt.
Die am stärksten nachgefragten Kursbereiche sind Gesundheit und Bewegung, Kunst und Kultur sowie Sprachen. "Überraschend" sei für ihn das große Interesse am Bereich Wissenschaft gewesen, so Schweiger.
Auf seinen neuen Lebensabschnitt freut sich der angehende Pensionist bereits. Dass er sich künftig in irgendeiner Form engagieren werde, "steht außer Frage", in welcher Form genau, sei allerdings noch offen. Fix ist jedenfalls: Ab Herbst wird Schweiger mehr Zeit haben, selbst VHS-Kurse zu besuchen. "Qigong zum Beispiel", meint er augenzwinkernd.
In Schweigers Fußstapfen tritt ab 1. Oktober Daniela Ecker-Stepp. Sie übernimmt als erste Frau die Geschäftsführung der Wiener Volkshochschulen. "Mit ihr gewinnt die VHS eine Führungspersönlichkeit, die sowohl die Organisation aus dem Inneren kennt als auch strategisch weiterentwickeln kann", erklärt LAbg. GR Christian Deutsch, Aufsichtsratsvorsitzender der Wiener Volkshochschulen GmbH.
„Gerade in Zeiten wachsender gesellschaftlicher Unsicherheit braucht es niederschwellige Bildungsangebote, die Orientierung geben“Daniela Ecker-SteppZukünftige Geschäftsführerin der VHS
Ecker-Stepp leitet seit 2017 den Geschäftsbereich Schule und seit 2025 zudem interimistisch die VHS Wiener Urania. Ihr Anspruch: "Bildung für alle anbieten." Inhaltliche Schwerpunkte möchte sie künftig auf digitale Selbstbestimmung, lebensorientiertes Lernen, demokratische Resilienz, Diversität und Inklusion sowie Community Learning legen. Kurse und Workshops zu Künstlicher Intelligenz, zur Nutzung mobiler Endgeräte, zum Demokratieverständnis, Informationsangebote zu Pflege und Kinderbetreuung sowie Lernangebote für Schülerinnen und Schüler sind nur einige der Ideen, die sie umsetzen möchte.