Seit dem Eurovision Song Contest (ESC) ist die Wiener Eisstadthalle in der Stadthalle C geschlossen. Eigentlich hätte sie nach dem Bewerb wieder in Betrieb gehen sollen. Nun steht laut einem Bericht des "Kurier" jedoch sogar eine dauerhafte Stilllegung der Anlage im Raum.
Die Ganzjahres-Eishalle wurde nach dem 8. März für den ESC übergeben. Um Flächen für den Bewerb nutzen zu können, wurde das Eis abgetaut und das Ammoniak aus der Kühlanlage abgesaugt. Laut "Kurier" soll es dabei zu einer Panne gekommen sein. Unter anderem ist von Rissen im Leitungssystem beziehungsweise einem Bruch der Konstruktion die Rede. Auch eine kleine Menge Ammoniak soll ausgetreten sein.
Die Halle blieb seither geschlossen. Sollte sie tatsächlich nicht mehr öffnen, wären zahlreiche Eishockey- und Eiskunstlaufvereine betroffen. "Die Situation ist derzeit wirklich extrem und sehr belastend für alle Sportler", sagt Alexander Kausalius, Sportadministrator im österreichischen Eiskunstlaufverband. Wer einen Platz bekomme und ihn bezahlen könne, weiche derzeit auf die Steffl-Arena in Kagran aus. Andere müssten auf den Eisring-Süd in Favoriten ausweichen.
Doch auch dort gibt es Probleme: "Die Halle ist gar nicht ausgelegt für einen Sommerbetrieb, denn bei 20 Grad Innentemperatur ist uns das Eis jetzt regelrecht geschmolzen", berichtet Kausalius. Hoffnung setzt er auf eine Entscheidung am 8. Juli: "Derzeit herrscht dort aber kompletter Stillstand bei den Bautätigkeiten."
Michael Rath, Obmann des Betreibervereins, verweist auf die Zuständigkeit der Stadt Wien. "Die Stadt Wien ist für die Anlage zuständig. Wir haben die Wartung immer korrekt durchgeführt." Was bei den Arbeiten vor dem ESC passiert sei, könne er nicht sagen. "Wir hoffen, im Herbst wieder aufmachen zu können", so Rath. Vorsorglich habe er jedoch bereits seine vier Eismeister kündigen müssen.
Die Wiener Sportstätten Betriebsgesellschaft (WSB) begründet die Sperre mit "Sicherheitsgründen" und "Gesundheitsrisiken". "Die Ammoniak-Anlage ist 70 Jahre alt und entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Sämtliche Komponenten werden nunmehr im leeren, vollständig gereinigten Zustand überprüft."
Derzeit werde das Ammoniak "fachgerecht entsorgt". Anschließend solle die Anlage ab Mitte Juli genau untersucht werden. "Das Ergebnis dieser Überprüfung ist abzuwarten", heißt es von der WSB. Man gehe dabei "mit äußerster Sorgfalt" vor.
Zu Berichten über einen möglichen Ammoniak-Austritt sowie zu einer Garantie für den Erhalt oder eine Sanierung der Eisstadthalle äußerte sich die WSB laut "Kurier" nicht. Der ORF erklärte hingegen: "Wir wissen von keinem Schaden bzw. stehen in keiner Verbindung mit eventuellen Schäden in der Eishalle."