Wienerin: "Fast getroffen"

Wirft Fäkalien aus Fenster: Mann terrorisiert Grätzl

Ein Mieter in Wien-Leopoldstadt terrorisiert seine Nachbarn im Grätzl, wirft Müll und Sackerl mit Gackerl aus dem Fenster. Den Bewohnern reicht es!
Thomas Peterthalner
01.07.2026, 05:30
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Den Bewohnern in der Taborstraße (Wien-Leopoldstadt) reicht es! Ein verwirrter Mieter soll die Nachbarn mit üblen Wurfgeschossen terrorisieren. "Täglich segeln Sackerl gefüllt mit Müll und Fäkalien aus dem Fenster", berichtet eine betroffene Bewohnerin. Die "Stinkbomben" würden oft direkt vor dem Hauseingang, auf dem Gehsteig, an der Hauswand, auf Vordächern, zwischen parkenden Autos und auf der Fahrbahn landen.

Sackerl mit Gackerl

"Die Sackerl platzen auf oder werden von Autos zergatscht. Es schaut furchtbar aus", berichtet die Hausbewohnerin. Für die Mieter wird das Verhalten des Mannes immer mehr zur Belastungsprobe.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Sache stinkt zum Himmel

Eltern müssen mit ihren Kinderwägen am Gehsteig oft Slalom fahren, um den stinkenden Hinterlassenschaften auszuweichen. "Es ist gefährlich, man weiß nie, wann etwas geflogen kommt. Das geht schon seit zwei Jahren so." Die Situation wird immer schlimmer. Mittlerweile fliege täglich zumindest ein Sackerl mit Fäkalien aus dem Fenster. Zusätzlich würden Verpackungen und anderer Müll auf die Straße geworfen werden. Gerade an heißen Tagen stinke es im Grätzl zum Himmel

Übelriechende Sackerl fliegen aus Fenster auf den Gehsteig.
Privat

"Hoffe, dass Kind nicht getroffen wird"

Besonders belastend sei die Situation für sie als Mutter einer eineinhalbjährigen Tochter. "Jedes Mal schaue ich zum Fenster der betreffenden Wohnung und hoffe, dass nicht genau in diesem Moment ein Sack mit Sch**ße oder ein anderer Gegenstand heruntergeworfen wird und mein Kind trifft – möglicherweise sogar im Gesicht." Ihr Partner sei bereits einmal nur knapp verfehlt worden.

„Solange nichts passiert, ändert sich nichts!“
Betroffene Hausbewohnerinim Grätzl aus Wien-Leopoldstadt

Der Fall sei schon seit 2023 bekannt. Bezirksvorstehung, MA 48, Polizei und psychosozialer Dienst wurden von den Bewohnern informiert. Doch das brachte keine Verbesserung. Die Vorfälle hätten sich im Gegenteil weiter verschärft. "Solange nichts passiert, ändert sich nicht", meint die Bewohnerin frustriert.

Hilferuf der Anrainer

In einem neuerlichen Schreiben an die Behörden verlangen die Bewohner nun ein koordiniertes Eingreifen aller zuständigen Stellen. Gefordert werden unter anderem eine hygienische Begutachtung, eine gründliche Reinigung und Desinfektion der betroffenen Bereiche sowie Maßnahmen, die weitere Vorfälle dauerhaft verhindern. Gleichzeitig betonen die Anrainer, dass es ihnen nicht darum gehe, eine möglicherweise hilfsbedürftige Person öffentlich bloßzustellen.

Mann eingeliefert

Den Beamten der zuständigen Polizeiinspektion ist der Mann schon länger bekannt. "An der besagten Örtlichkeit kommt es regelmäßig zu Polizeieinsätzen. Einsätze im Zusammenhang mit psychisch erkrankten Personen stellen dabei stets eine besondere Herausforderung dar", so eine Polizeisprecherin. Der Mann wurde bereits einem Amtsarzt vorgeführt und nach dem Unterbringungsgesetz in ein Krankenhaus eingewiesen. Nach einem kurzen Aufenthalt wurde er jedoch wieder entlassen.

Sackerl mit Gackerl landete auf dem schmalen Fenstersims.
Helmut Graf

Bei Gefahr Hilfe holen

"Wenn es natürlich zu Lärmbelästigungen, aggressiven Verhalten oder anderen Störungen kommt, soll natürlich jederzeit die Polizei verständigt werden. Vor allem, wenn akute Gefahr für Leben und Gesundheit besteht", heißt es aus der Landespolizeidirektion. "Gesetzlich gesehen, müssen für eine zwangsweise Unterbringung bestimmte Voraussetzungen gegeben sein." Auch der psychosoziale Krisendienst könnte in diesem Fall helfen.

MA 48 im Einsatz

"Diese Angelegenheit ist uns bekannt", heißt es auch aus der MA 48. Man habe bereits die Bezirksvorstehung darüber informiert. "Der Straßenzug wird regelmäßig von unseren MitarbeiterInnen betreut", so eine Sprecherin der MA 48. Die Anrainer hoffen nun auf eine saubere Lösung.

{title && {title} } pet, {title && {title} } Akt. 01.07.2026, 08:41, 01.07.2026, 05:30
Jetzt E-Paper lesen