Nach Jahren voller Schimmel, Stromproblemen und Angst gibt es endlich Bewegung im berüchtigten Haus in der Flurschützstraße 8 in Wien-Meidling. Die Schlichtungsstelle der Stadt Wien hat dem Eigentümer nun offiziell aufgetragen, die lebensgefährlichen Mängel sofort zu beheben – und setzt dabei ungewöhnlich kurze Fristen.
Laut Bescheid muss etwa die provisorische und gefährliche Elektrik im Stiegenhaus binnen einer Woche nach Beginn der Arbeiten fachgerecht repariert werden. Ein Amtsgutachten listet zudem schwere Missstände auf: ungesicherte Dachzugänge, massive Wasserschäden, ein kaputtes Haustor und Schäden an der Bausubstanz. Noch im Dezember hatte der Eigentümer behauptet, das Gebäude sei in einem "guten und ortsüblichen Zustand".
Für die Bewohner ist die Entscheidung ein wichtiger Schritt. "Dieser Erfolg gehört den mutigen Mieter:innen", sagt Boris Petrus, Klubobmann der KPÖ Meidling. "Das ergangene Urteil ist die offizielle Bestätigung für das, was wir seit Monaten sagen: Dieser Eigentümer lässt Menschen vorsätzlich in einem baufälligen Haus wohnen."
Gleichzeitig übt die KPÖ scharfe Kritik an der Stadt. Dass Wien so lange gebraucht habe zu reagieren, sei "ein Skandal", so Petrus. Die KPÖ will nun genau beobachten, ob die Arbeiten wirklich starten. "Wir feiern heute einen Etappensieg, aber wir bleiben wachsam. In zwei Wochen müssen die Arbeiter im Haus sein. Passiert das nicht, fordern wir von der Stadt Wien die sofortige Ersatzvornahme und die Einleitung der Zwangsverwaltung", warnt Petrus.