Skandal um Wiener Wohnhaus

Kein Strom, Schimmel: Mieter verzweifeln in Horror-Haus

Seit Jahren leben sechs Mietparteien in der Flurschützstraße ohne verlässlichen Strom, Warmwasser und Heizung – Schimmel und Wasserschäden inklusive.
Hannah  Maier
27.02.2026, 05:30
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Kein Strom, kein Warmwasser, Nässe, Schimmel: Im Wohnhaus in der Flurschützstraße 8 (Wien-Meidling) kämpfen sechs verbliebene Mietparteien seit Jahren mit katastrophalen Zuständen.

Lösung (noch) nicht in Sicht

Nun hätte es bei der Schlichtungsstelle für wohnrechtliche Angelegenheiten der Stadt Wien (MA 50) endlich zur entscheidenden Verhandlung kommen sollen – doch der Termin wurde vertagt. Auf Wunsch des Eigentümers. Der Alternativtermin soll am 9. März stattfinden.

Für die Betroffenen ist das ein Schlag ins Gesicht. Sie wurden erst zwei Tage vor dem Termin über die Verschiebung informiert. "Während die Bewohner in ihren kalten Wohnungen sitzen, nutzt der Eigentümer jede juristische Lücke, um das Verfahren monatelang zu verschleppen", kritisiert Boris Petrus, Klubobmann der KPÖ Meidling.

Wasserschäden, Schimmel, keine Heizung

Die Zustände sind alarmierend: Das Dach wurde vor drei Jahren abgebaut, mehrmals trat Wasser ein bevor man ein Provisorium errichtet hat. Massive Wasserschäden ziehen sich also durch das Haus. Schimmel breitet sich in den Wohnungen aus. Ein Sicherungskasten stand zeitweise unter Wasser. "Wir hatten vergangenes Jahr mehrere Tage keinen Strom. Das Gas wurde dann auch bis Oktober abgedreht. Drei Wochen hatten wir kein warmes Wasser", schildert eine Bewohnerin.

Und es geht noch weiter: "Im Gang gab es ein Jahr lang keinen Strom. Wir mussten im Dunkeln hinausgehen. Die Sprechanlage ist immer wieder defekt und das Haustor schließt nicht richtig", erzählt die betroffene Mieterin. Die meisten Bewohner leben seit über 15 Jahren in dem Haus. "Wir verlieren langsam die Geduld und die Hoffnung", heißt es.

KPÖ spricht von "Behördenversagen"

Dass die MA 50 dem Vertagungsantrag trotz der gefährlichen Zustände stattgegeben hat, sorgt für scharfe Kritik. "Die Stadt Wien hat die Mittel, um in solchen Fällen schnell und hart durchzugreifen. Aber offenbar möchte man es sich mit der Immo-Lobby nicht verscherzen", so Petrus.

Die KPÖ fordert nun eine sofortige Ersatzvornahme oder sogar die Einleitung einer Zwangsverwaltung. "Wer Wohnraum verkommen lässt, um Mieter:innen zu vertreiben, darf nicht mit Samthandschuhen angefasst werden", so Petrus.

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Nur verschoben, nicht abgesagt

Das Büro von Wohnstadträtin Kathrin Gaál (SPÖ) bestätigt auf Nachfrage, dass der Termin auf Wunsch des Eigentümers verschoben wurde. Die Stadt habe dieses Verfahren aber angestrebt. "Der eingebrachte Antrag, um Verbesserungen vor Ort durchzusetzen, wird wie vorgesehen vor der Schlichtungsstelle verhandelt. Nur der Verhandlungstag hat sich um ein paar Tage verschoben", wird erklärt.

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