Schanigarten sorgt für Ärger

Donaukanal – Grünfläche wird für Gastro zubetoniert

Am Donaukanal sorgt eine neue Baustelle für Ärger: Beim Otto-Wagner-Schützenhaus wird mitten in eine Wiese ein großer Schanigarten errichtet.
Wien Heute
10.03.2026, 17:03
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Am Donaukanal sorgt eine Baustelle derzeit für massive Aufregung. Praktisch über Nacht rollen beim Otto-Wagner-Schützenhaus die Betonmischer an – und aus einer bislang freien Grünfläche soll ein neuer Schanigarten werden. Besonders brisant: Die Arbeiten finden mitten auf einer Wiese zwischen Bäumen statt. Kritiker sprechen von einer weiteren "Zubetonierung" des beliebten Freizeitareals.

Der Donaukanal gilt für viele Wiener als Rückzugsort mitten in der Stadt. Spazierengehen, Radfahren, Freunde treffen – gerade die wenigen noch freien Grünbereiche sind heiß begehrt. Genau so eine Fläche soll nun teilweise verschwinden.

Wiese wird betoniert

Eine der wenigen noch nicht für den Gastro-Konsum aufgegebenen, freien Bereiche des Donaukanals wird jetzt auch betoniert. Beim Schützenhaus nahe der Augartenbrücke kommt ein großer Schanigarten – in die Wiese, zwischen Bäume. Der von tausenden Menschen benutzte Gehweg wird dafür deutlich verschmälert. Durch den Beton werden auch die dortigen Bäume gefährdet.

Eine Grünfläche am Donaukanal droht zu verschwinden.
Grüne

Gerade in den Sommermonaten herrscht hier Hochbetrieb: Jogger, Radfahrer, Spaziergänger und Gäste der Lokale teilen sich den ohnehin begrenzten Platz entlang des Kais.

Scharfe Kritik aus der Bezirkspolitik

Aus der Bezirkspolitik kommt heftiger Gegenwind. Bezirksvorsteher-Stellvertreter Bernhard Seitz (Grüne) zeigt sich empört über das Vorgehen der Stadt. "Wie konnte es passieren, dass die Stadt (MA 45 – Gewässer) ohne die Bürger:innen oder den Bezirk zu berücksichtigen, wieder ein Stück Grün verschenkt? Wie kann es sein, dass der Gehweg am Kai dort noch schmäler gemacht wird, wo es doch in den Sommermonaten dort schon so eng ist? Wie kann es sein, dass eine öffentliche Wiese zu einem guten Teil zubetoniert wird? Wie kann eine Baustelle ohne jeden erkennbaren Schutz der Bäume genehmigt werden?", fragt sich Seitz.

Er kritisiert die rücksichtslose Zerstörung von öffentlichem Raum und eine schleichende Privatisierung dessen: "Diese Baustelle muss sofort rückabgewickelt werden, die Wiese muss bleiben. Wir brauchen am Donaukanal keine neuen Versiegelungen und Privatisierungen mehr".

Das sagt die Stadt Wien

Von der MA 45 heißt es dazu gegenüber "Heute": "Die Fläche beim Otto-Wagner-Schützenhaus befindet sich im Eigentum der DHK (Donauhochwasserschutz-Konkurrenz). Es besteht ein aufrechter Vertrag zwischen der DHK und dem Pächter der Fläche, der diese gerade zu einem Schanigarten umgestaltet."

Streit um Donaukanal-Wiese nicht neu

Tatsächlich ist die Fläche bereits seit Jahren umkämpft. Schon 2015 konnten eine Bürgerinitiative und die Grünen gemeinsam die Privatisierung der Wiese zwischen Augartenbrücke und Schützenhaus verhindert. Damals wollte ein Gastro-Investor die Wiese dort "entwickeln".

{title && {title} } red, {title && {title} } 10.03.2026, 17:03
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen