Der Prozess am Wiener Landesgericht wegen Nötigung, gefährlicher Drohung und versuchter schwerer Körperverletzung am Donnerstag war nichts für schwache Mägen. Im Gegenteil: der Gegenstand der Verhandlung war derartig grausig, dass aus Rücksicht hier nicht alle Details wiedergegeben werden.
Auf der Anklagebank saß jener 29-jährige Rumäne, der zwischen April und Juli auf wildfremde Wienerinnen – vor allem im Bereich Gumpendorfer Straße und in der U6 – Becher voller Fäkalien geworfen hat. Er traf eine Musikerin mitten im Gesicht, wir berichteten. Die Frau ist, wie die meisten anderen Opfer, noch immer traumatisiert.
"Ich habe Hundekot aus dem Mistkübel in der Hundezone genommen und mit Wasser gemischt", erzählte der junge Mann, dem Mutter und Schwester vor Gericht beistanden. Vor der Verhandlung hatte er ihnen mit Blick auf die anwesende Presse noch zugeraunt, "I land noch auf der Titelseite".
Im Gerichtssaal gab AMS-Geld-Bezieher dann doch eher kleinlaut zu Protokoll, dass ihm alles zu hundert Prozent leidtue, er jedoch von Unbekannten gefoltert und zu den Taten angestiftet wurde. Er sei sogar völlig verzweifelt gewesen. "Ich wollte mich selbst einweisen lassen, aber die Ärzte lehnten mich ab", erklärte er.
Tatsächlich wurde der Rumäne am 25. April 2025, nur vier Tage vor Beginn der unfassbar ekelhaften Serie an Attacken, bei der Klinik Hietzing vorstellig und flehte: "Bitte nehmt’s mich paar Monate bei euch auf". Doch die Ärzte blieben eisern. "Es lag kein Einweisungsgrund vor", rechtfertigte sich eine der Medizinerinnen im Zeugenstand. Als der Beschuldigte ein Stanley-Messer zückte und damit drohte, zehn Leute umzubringen und dann sich selbst, ließ man den Sicherheitsdienst und die Polizei anrücken.
Danach schritt der Mann zur Tat, steigerte die Intensität der Attacken, mischte zuletzt sogar gebrauchte Spritzen und Würmer den ekelhaften Wurfgeschoßen bei. Was die armen Frauen für seinen Frust können, wollte die Richterin wissen. "Ich war damals psychisch zerstört, Frauen haben mich oft ausgelacht wegen meinem kleinen Penis", gab er eine irritierte Erklärung ab.
"Mein Mandant wurde Opfer eines systemischen Mangels", betonte vielmehr die Verteidigerin. Psychiaterin Sigrun Roßmanith diagnostizierte indes eine kombinierte Persönlichkeitsstörung und sprach von einer Selbstwertschwäche und fehlender Frustrationstoleranz. Zudem warnte er vor weiteren Attacken des gefährlichen und mehrfach vorbestraften Serientäters, sollte er nicht eingewiesen werden. Das Urteil steht noch aus, die Verhandlung wurde auf den 25. Februar vertagt.