Überraschende Datenanalyse

Flucht aus Wien! Hier ist deine Miete noch günstig

Die Wohnungssuche in Wien wird immer teurer. Eine neue Analyse zeigt, wo rund um die Hauptstadt deutlich günstiger gewohnt werden kann.
Rene Findenig
18.06.2026, 21:00
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Wer in Wien eine Mietwohnung sucht, braucht mittlerweile oft ein tiefes Portemonnaie. Besonders am freien Wohnungsmarkt sind günstige Angebote rar geworden. Eine aktuelle Analyse von ImmoScout24 zeigt nun aber, dass sich ein Blick über die Stadtgrenzen hinaus lohnen kann. Wer bereit ist, täglich mit dem Zug in die Bundeshauptstadt zu pendeln, kann bei den Wohnkosten mitunter mehrere Hundert Euro im Monat sparen. In einzelnen Fällen beträgt der Unterschied sogar mehr als 1.000 Euro.

Für die Untersuchung wurden die Angebotsmieten von Wohnungen mit einer Wohnfläche von 70 Quadratmetern entlang wichtiger Bahnverbindungen rund um Wien ausgewertet. Dabei zeigt sich deutlich, wie stark die Preise innerhalb der Region auseinandergehen.

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Besonders teuer bleibt das Wohnen in Wien selbst. Für eine 70-Quadratmeter-Mietwohnung müssen Wohnungssuchende derzeit je nach Lage durchschnittlich zwischen 1.320 Euro und 1.790 Euro Bruttomiete einkalkulieren. Am günstigsten ist eine solche Wohnung laut Analyse im 23. Bezirk Liesing mit durchschnittlich 1.320 Euro. Am anderen Ende der Skala liegt die Innere Stadt. Im 1. Bezirk werden für vergleichbare Wohnungen durchschnittlich 1.790 Euro verlangt.

Besonders groß fällt der Unterschied in Melk aus

Doch selbst außerhalb Wiens sind die Preise nicht überall niedrig. Im traditionell stark nachgefragten Wiener Umland haben die Mieten ebenfalls deutlich angezogen. So liegt die durchschnittliche Bruttomiete für eine 70-Quadratmeter-Wohnung in Mödling bereits bei 1.370 Euro und damit nur knapp über dem günstigsten Wiener Preisniveau.

Deutlich günstiger wird es hingegen in einigen Städten entlang wichtiger Bahnstrecken. Besonders groß fällt der Unterschied in Melk aus. Dort kostet eine vergleichbare Wohnung durchschnittlich lediglich 660 Euro. Damit liegt das Preisniveau nur bei etwa der Hälfte jener Miete, die in Liesing fällig wird. Gegenüber dem teuersten Wiener Bezirk ergibt sich sogar eine Differenz von mehr als 1.100 Euro pro Monat.

Pendeln für weniger Miete: 1.000 Euro Preisunterschied möglich.
ImmoScout24

Auch Amstetten zählt zu den günstigeren Standorten. Hier werden durchschnittlich 750 Euro für eine 70-Quadratmeter-Wohnung verlangt. Gleichzeitig ist die Anbindung an Wien vergleichsweise gut. Der Wiener Westbahnhof kann laut Analyse in rund 60 Minuten erreicht werden. Ebenfalls deutlich unter dem Wiener Niveau liegt Hollabrunn mit durchschnittlich 850 Euro.

Alternativen finden sich in Purkersdorf und Neulengbach

Weitere interessante Alternativen finden sich in Purkersdorf und Neulengbach. Dort liegt die durchschnittliche Bruttomiete jeweils bei 880 Euro. In Gänserndorf werden rund 900 Euro fällig, in Wiener Neustadt 920 Euro. Neusiedl am See und St. Pölten kommen jeweils auf durchschnittlich 930 Euro. Für Wohnungen gleicher Größe werden in Mistelbach und Wolkersdorf durchschnittlich 960 Euro verlangt, in Krems 970 Euro.

Vor allem Gänserndorf und Wiener Neustadt könnten für Pendler interessant sein. Von Gänserndorf aus dauert die Fahrt zum Bahnhof Wien Praterstern laut Analyse etwa 30 Minuten. Von Wiener Neustadt erreicht man den Wiener Hauptbahnhof ebenfalls in rund einer halben Stunde. Damit verbinden beide Städte vergleichsweise kurze Fahrzeiten mit deutlich niedrigeren Wohnkosten.

Im mittleren Preissegment finden sich Tulln und Klosterneuburg mit durchschnittlich jeweils 1.030 Euro Bruttomiete. Schwechat und Bruck an der Leitha liegen bei jeweils 1.060 Euro. In Baden werden durchschnittlich 1.065 Euro verlangt. Trotz ihrer Nähe zu Wien und der guten öffentlichen Anbindung bleiben diese Standorte damit noch unter dem Niveau vieler Wiener Bezirke.

Korneuburg und Gerasdorf fast auf "Wiener Niveau"

Am stärksten an die Wiener Mietpreise angenähert haben sich neben Mödling vor allem Korneuburg und Gerasdorf. In beiden Städten werden für eine 70-Quadratmeter-Wohnung durchschnittlich jeweils 1.120 Euro verlangt. Auch hier fällt die Miete zwar niedriger aus als in vielen Wiener Lagen, der Preisvorteil ist jedoch deutlich geringer als in weiter entfernten Regionen Niederösterreichs.

Die Auswertung zeigt damit einen klaren Zusammenhang zwischen Wohnort und Mietkosten. Wer eine tägliche Pendelzeit von rund 30 bis 60 Minuten akzeptiert, kann im Vergleich zu einer günstigeren Wiener Wohnlage laut Analyse rund 660 Euro pro Monat sparen. Gegenüber einer teuren Wiener Wohngegend beträgt die mögliche Ersparnis sogar mehr als 1.000 Euro monatlich.

Für viele Wohnungssuchende ist allerdings nicht nur die Höhe der Miete entscheidend. Auch die tägliche Fahrzeit spielt eine zentrale Rolle. Gerade deshalb wird die Kombination aus Wohnkosten und Erreichbarkeit immer wichtiger. Die Analyse verdeutlicht, dass sich in mehreren Städten rund um Wien attraktive Alternativen finden lassen, ohne dass die Bundeshauptstadt aus dem Alltag verschwindet.

Für die Untersuchung wurden im Juni 2026 insgesamt 16.943 Angebotsdaten aus dem Jahr 2026 ausgewertet. Berücksichtigt wurden Bruttomieten, also Nettomiete inklusive Betriebskosten, jedoch ohne Heiz- und Stromkosten. Als statistische Grundlage wurde der Median verwendet. Dadurch sollen einzelne besonders günstige oder besonders teure Angebote das Ergebnis nicht verzerren.

{title && {title} } rfi, {title && {title} } 18.06.2026, 21:00
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