Wer in einer Mietwohnung oder einem älteren Büro hochsommerliche Temperaturen erdulden muss, kennt das Problem: Eine Klimaanlage wäre schön, doch Außengeräte werden oft nicht genehmigt – und mobile Geräte mit Abluftschlauch sind je nach Raumgröße nicht effizient genug.
Das österreichische Start-up so.cool will Abhilfe schaffen: Das Unternehmen entwickelt eine Klimaanlage namens TerraBreeze, die kein Außengerät, keinen Abluftschlauch und keine komplizierte Montage erfordert. Das Gerät speichert unerwünschte Wärme mithilfe von Phasenwechselmaterialien im Inneren.
Wie "Chip" berichtet, fungieren Terrakotta-Rohre als Wärmetauscher und nutzen das Prinzip der Verdunstungskälte. Dem Raum wird Wärme entzogen, ohne Feuchtigkeit in die Luft abzugeben. Die gespeicherte Wärme wird später, etwa nachts, wieder abgegeben.
In Räumen zwischen 15 und 35 Quadratmetern soll TerraBreeze sechs bis zwölf Stunden Dauerkühlung bieten. Je nach Wärmelast lassen sich auch Räume bis 50 Quadratmeter kühlen. Das Gerät leistet 12.000 BTU Kühlung und funktioniert zusätzlich als Luftreiniger und Luftentfeuchter.
Das Wiener Institute of Building Research and Innovation hat die technische Plausibilität des Ansatzes im Rahmen eines Gutachtens bestätigt; auch ein Patent wurde bereits erteilt.
Der aktuelle Prototyp hat noch die Größe eines Schranks; die Serienversion soll aber um 30 bis 40 Prozent kompakter werden. In einer Pre-Seed-Investmentrunde konnte so.cool Investments in Höhe von 400.000 Euro einsammeln.
Erste Pilotprojekte laufen bereits mit der Stadt Wien, der Rewe Group in Köln und Energie Steiermark. Der Einstiegspreis für Vorbesteller liegt bei 3.000 Euro, später soll TerraBreeze rund 3.800 bis 3.900 Euro kosten. Die Auslieferungen sollen im kommenden Jahr starten.