Die HyperX Cirro Buds Pro gehören zu jenen kabellosen Kopfhörern, die vor allem Gamer ansprechen sollten. Der Hersteller aus dem Hause HP positioniert die komplett kabellosen Ohrhörer als Mischung aus Gaming-Headset für unterwegs und klassischen Alltags-Earbuds. Das klingt zunächst nach einer ungewöhnlichen Kombination. Wer unterwegs Musik hört, telefoniert oder Videos schaut, stellt oft andere Anforderungen als jemand, der auf dem Smartphone spielt. HyperX versucht dennoch, beide Welten in einem Produkt zusammenzuführen. Der ursprüngliche Preis lag beim Marktstart bei rund 110 Euro.
Inzwischen werden die Cirro Buds Pro vielerorts deutlich günstiger angeboten – bei der Hälfte des Startpreises, teils noch einmal deutlich günstiger. Damit rücken sie in eine Preisklasse, in der zahlreiche Konkurrenten um Käufer kämpfen. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Können die HyperX-Ohrhörer da aus der Masse der "Billig-Buds" herausstechen? Optisch und technisch ist schnell klar, dass HyperX die Cirro Buds Pro als Gaming-Modell vermarktet. Neben aktivem Noise Cancelling gibt es einen speziellen Gaming-Modus mit verringerter Latenz. Laut Hersteller sinkt die Verzögerung dabei auf 90 Millisekunden.
Für Mobile-Games soll das dafür sorgen, dass Schüsse, Schritte oder andere Geräusche näher am tatsächlichen Geschehen auf dem Bildschirm liegen. Dazu kommen Bluetooth 5.2, ein Transparenzmodus für Umgebungsgeräusche, eine IPX4-Zertifizierung gegen Spritzwasser und Schweiß sowie mehrere Silikonaufsätze für unterschiedliche Ohrgrößen. Auf dem Papier liest sich das nach einem Paket, das kaum etwas vermissen lässt. Beim Design fällt auf, dass HyperX auf ein für den Gaming-Bereich relativ schlichtes Design setzt. Nur das Logo an den Buds verrät, dass Gaming im Vordergrund steht. Als Farben gibt es Blau, Beige und Schwarz.
Die Kopfhörer wirken kompakt, aber nicht gerade leicht. Jeder Earbud bringt laut Hersteller rund 8,5 Gramm auf die Waage, das Ladecase rund 39,4 Gramm. Damit gehören sie nicht zu den leichtesten Modellen am Markt, bewegen sich aber in einem Bereich, der im Alltag nicht unangenehm auffällt. Wichtiger als das Gewicht ist bei In-Ears ohnehin die Passform. HyperX legt drei verschiedene Größen von Silikonaufsätzen bei. Im Alltag zeigt sich allerdings das bekannte Problem aller In-Ears: Die Passform bleibt eine sehr individuelle Angelegenheit. Was bei einer Person perfekt hält, kann bei der nächsten ständig verrutschen.
Gerade beim Sport oder auf längeren Wegen wird deshalb schnell klar, ob die gewählte Aufsatzgröße tatsächlich passt. Die IPX4-Zertifizierung sorgt zumindest dafür, dass Schweiß oder leichter Regen nicht sofort zum Problem werden. Mehr allerdings auch nicht. Gegen vollständiges Untertauchen sind die Cirro Buds Pro nicht geschützt. Ein zentraler Punkt des Produkts ist die hybride aktive Geräuschunterdrückung. HyperX verbaut dafür zwei Mikrofone pro Ohrhörer. Sie sollen störende Umgebungsgeräusche erfassen und reduzieren. Der Hersteller nennt Windgeräusche und allgemeine Hintergrundgeräusche als Ziel der Technik.
In der Praxis zeigt sich dabei eine Stärke, aber auch eine Grenze des Produkts. Die Geräuschunterdrückung funktioniert grundsätzlich und reduziert konstante Hintergrundgeräusche. Wer in öffentlichen Verkehrsmitteln sitzt oder in einer belebten Umgebung Musik hört, nimmt die Außenwelt deutlich weniger wahr. Gleichzeitig bewegt sich das ANC aber nicht auf dem Niveau deutlich teurer Spitzenmodelle oder etwas gehobenerer Mittelklassemodelle. Das überrascht wenig, wird jedoch spätestens im Vergleich deutlich. Für den Billigpreis ist die Geräuschunterdrückung aber zumindest kein leeres Versprechen.
Interessant ist der Transparenzmodus, HyperX nennt ihn Umgebungsgeräuschmodus. Aktiviert man ihn, werden Außengeräusche wieder hörbar gemacht beziehungsweise verstärkt. Das kann im Straßenverkehr sinnvoll sein oder wenn Durchsagen nicht verpasst werden sollen. Der Hersteller nennt etwa Flughäfen als Beispiel. Statt die Ohrhörer herauszunehmen, lässt sich die Umgebung zumindest teilweise wieder wahrnehmen. Beim Klang verfolgen die Cirro Buds Pro keinen besonders ausgefallenen Ansatz. Die technischen Daten nennen einen Frequenzbereich von 20 Hertz bis 20 Kilohertz, eine Impedanz von 16 Ohm und eine Empfindlichkeit von 112 dB.
Im Test klingen die HyperX Cirro Buds Pro solide, aber nicht außergewöhnlich. Genau dieser Eindruck zieht sich durch verschiedene Inhalte, Genres und Szenarien. Die Cirro Buds Pro liefern eine Abstimmung, die für Spiele, Videos und Streaming-Dienste funktioniert. Gleichzeitig fehlt jenes Detailniveau, das man bei höherpreisigen Audioprodukten findet. Die Ohrhörer richten sich nicht an Klangpuristen, sondern an Nutzer, die eine unkomplizierte Alltagslösung suchen. Besonders interessant ist dabei die Gaming-Ausrichtung. Viele Hersteller werben inzwischen mit niedrigen Latenzen, doch nicht jeder Nutzer bemerkt die Unterschiede sofort.
Bei den Cirro Buds Pro ist der spezielle Gaming-Modus tatsächlich eines der wichtigsten Merkmale. Die Verbindung erfolgt über Bluetooth 5.2, im Gaming-Modus verspricht HyperX die erwähnten 90 Millisekunden Verzögerung. Das bedeutet nicht, dass die Ohrhörer plötzlich mit kabelgebundenen Profi-Headsets konkurrieren. Für Mobile-Games reicht die Leistung aber aus, um störende Verzögerungen deutlich zu reduzieren. Gerade bei Actionspielen wirkt das Geschehen dadurch direkter und reaktionsschneller. Für Gelegenheitsspieler dürfte das einer der stärksten Gründe sein, überhaupt zu diesem Modell zu greifen.
Gleichzeitig stößt die Gaming-Vermarktung an Grenzen. HyperX nennt zwar Kompatibilität mit PC, Nintendo Switch und Mobilgeräten. Wer jedoch eine PlayStation 5 besitzt, sollte genau hinschauen. Nutzer berichten, dass die Ohrhörer nicht ohne Weiteres mit Sonys Konsole funktionieren. Entsprechende Diskussionen finden sich auch in Nutzerforen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Akkulaufzeit. Hier machen die Cirro Buds Pro auf dem Papier einen starken Eindruck. Ohne aktive Geräuschunterdrückung nennt HyperX bis zu sieben Stunden Laufzeit für die Ohrhörer. Mit Ladecase sollen insgesamt bis zu 35 Stunden möglich sein.
Bei aktiviertem ANC sinkt die Laufzeit der Ohrhörer laut Hersteller auf rund 4,5 Stunden. Im Gaming-Modus werden rund vier Stunden genannt. Diese Unterschiede zeigen bereits, wie stark die tatsächliche Nutzung das Ergebnis beeinflusst. Wer ständig mit aktiviertem ANC und Gaming-Modus unterwegs ist, wird deutlich früher wieder zur Ladeschale greifen müssen als jemand, der nur Musik hört und sämtliche Zusatzfunktionen deaktiviert. Positiv fällt die Ladezeit aus. HyperX spricht von einer vollständigen Aufladung innerhalb von rund 40 Minuten. Gerade unterwegs ist das ein Vorteil, weil längere Wartezeiten entfallen.
Auch die Bedienung erfolgt vollständig über Touch-Eingaben direkt an den Ohrhörern. Damit lassen sich Wiedergabe und verschiedene Funktionen steuern, ohne das Smartphone aus der Tasche holen zu müssen. HyperX setzt dabei auf das mittlerweile etablierte Bedienkonzept moderner True-Wireless-Kopfhörer. Trotz der guten Ausstattung zeigen sich einige Schwächen. Die Cirro Buds Pro wirken nicht wie ein Produkt, das seine Konkurrenz bei 110 Euro Startpreis klar übertrifft. Stattdessen entsteht der Eindruck eines soliden Gesamtpakets, das fast alles beherrscht, aber in kaum einer Disziplin herausragt. Gerade weil der Preis deutlich gesunken ist, hat sich die Situation verändert – und das macht die HyperX Cirro Buds Pro interessant.