Disney+ muss erneut Premiumfunktionen streichen. Der US-Patentverwerter InterDigital hat vor dem Einheitlichen Patentgericht in Mannheim eine Unterlassungsverfügung gegen den Streaming-Riesen erwirkt.
Das Urteil betrifft elf EU-Länder: Österreich, Belgien, Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, Italien, die Niederlande, Portugal, Rumänien und Schweden. Dort müssen Nutzer künftig auf Dolby Vision und 3D verzichten.
Wie heise.de berichtet, hat Disney den Wegfall der Premiumfunktionen inzwischen bestätigt. "Wir bedauern, dass wir zu diesem Schritt gezwungen waren, und teilen die Frustration unserer Kunden", erklärte Disney Nordic gegenüber dem dänischen Medium FlatpanelsHD.
Bei dem Rechtsstreit geht es um das Patent EP 2465265, das Videocodierungstechniken im Kontext des Videostandards HEVC betrifft. Der Zusammenhang zu Dolby Vision ergibt sich daraus, dass auch das 3D-Format technisch daran gekoppelt ist.
Für deutsche Nutzer ist die Situation besonders ärgerlich: Hier fehlen Dolby Vision und 3D bereits seit Anfang des Jahres. Das Premium-Abo kostet trotzdem weiterhin 15,99 Euro pro Monat. Immerhin sind 4K UHD und statisches HDR10 noch verfügbar.
Disney kündigte an, in Berufung gehen zu wollen, und arbeite aktiv an Lösungen, um die jüngsten Änderungen wieder rückgängig zu machen.