Die FIFA hat bei der Fußball-WM in den USA, in Kanada und Mexiko für einige Neuerungen gesorgt. Unter anderem für verpflichtende Trinkpausen in beiden Spielhälften. Diese werden bei jeder WM-Begegnung aller 104 Spiele nach rund der Hälfte der Spielzeit vorgenommen – unabhängig von den Temperaturen im Spielort.
Deshalb gab es im WM-Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Mexiko und Südafrika im legendären Aztekenstadion von Mexiko City auch gleich die Trinkpausen-Premiere. Nach 24 Minuten war es soweit, da holte der Schiedsrichter beide Mannschaften zum sogenannten "Hydration Break" an die Seitenlinie. Diese Pause in der ersten Halbzeit dauerte beinahe vier Minuten. Die Zeit wurde schließlich in der Nachspielzeit auch nachgeholt.
Der ORF, der die Partie in Österreich übertragen hatte, nutzte die Gelegenheit, um Werbung zu senden. Während eines Spiels, auch wenn dieses minutenlang gestoppt war. "Bei ausgewählten Spielen werden diese ,Cooling Breaks' auch als – zulässige – Werbeunterbrechung genutzt", hatte der ORF bereits im Vorfeld dem "Standard" bestätigt. Das gibt auch das ORF-Gesetz her.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk teilt sich die Übertragungsrechte aller 104 Spiele mit Servus TV, beide Sender zeigen jeweils 52 Begegnungen live. Es ist wohl davon auszugehen, dass auch der werbefinanzierte Privatsender ebenso die Halbzeit-Unterbrechung für Werbespots nützt. Auch ARD und ZDF schalten Werbung, allerdings dürfen die öffentlich-rechtlichen Sender bei unseren Nachbarn nach 20 Uhr keine Werbung mehr senden.
Die Spots dürfen übrigens 20 Sekunden nach dem Pfiff zur kurzen Trinkpause beginnen und müssen 30 Sekunden vor dem Ende der Trinkpause enden.
Schon bei der Klub-WM vor einem Jahr, damals hatte sich der Streaming-Riese DAZN die weltweiten Übertragungsrechte gesichert, zeigte der Streaming-Anbieter bei vielen Wechselpausen kurze Werbespots.