Wegen 14.000 Sitzplätzen

Logen-Streit im WM-Stadion – FIFA verliert vor Gericht

Am Donnerstag steigt das Eröffnungsspiel der WM zwischen Gastgeber Mexiko und Südafrika. Im Mittelpunkt steht davor ein bizarrer Streit der FIFA.
Sport Heute
11.06.2026, 20:41
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Wenn Mexiko am Donnerstagabend gegen Südafrika die Weltmeisterschaft eröffnet, werden Erinnerungen wach. Schon 2010 trafen die beiden Nationen im Eröffnungsspiel der WM-Endrunde aufeinander. Im Vorfeld der Partie stand allerdings nicht das Sportliche im Fokus, sondern ein bizarrer Streit der FIFA mit den Logenbesitzern des altehrwürdigen Stadions – der vor Gericht in einer riesigen Niederlage des Weltverbandes endete.

Seit Wochen kommt es in Mexiko-Stadt zu Demonstrationen. Lehrer forderten Verbesserungen im Bildungssystem, Aktivisten machten auf die Situation von Sexarbeiterinnen aufmerksam. Kurz vor dem WM-Start sorgten die rund 700 Logenbesitzer des Stadions für Aufsehen. Der Hintergrund ist gleichermaßen kurios wie

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Der Hintergrund reicht mehr als 60 Jahre zurück. Als das Aztekenstadion Anfang der 1960er-Jahre errichtet wurde, konnten wohlhabende Fans eigene Logen erwerben. Im Gegenzug erhielten sie außergewöhnliche Rechte: lebenslangen Zutritt zu ihren Plätzen – unabhängig davon, ob Liga-Spiel, Konzert oder Weltmeisterschaft stattfindet. Genau das wurde vor der WM zum Problem.

FIFA verliert vor Gericht

Schließlich handelt es sich bei den betroffenen Logen um rund 14.000 Sitzplätze, die die FIFA nicht selbst verkaufen kann. Der Weltverband wollte die Sonderrechte offenbar nicht einfach akzeptieren. Doch die Logenbesitzer zogen vor Gericht – und das mit Erfolg. Ein mexikanisches Gericht bestätigte ihre Ansprüche. Damit dürfen die Eigentümer ihre Plätze auch beim WM-Eröffnungsspiel wie gewohnt nutzen.

Ganz beendet ist der Streit aber damit immer noch nicht. Denn während die Logenbesitzer ihre Plätze behalten dürfen, kassierten sie bei einem anderen Punkt eine Niederlage: Eigene Speisen und Getränke dürfen sie während der WM nicht mehr mitbringen. Darüber ist besonders Roberto Ruano, einer der Wortführer der Gruppe, alles andere als begeistert.

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Sandwiches für eine Million Pesos

Vor wenigen Tagen versuchte er gemeinsam mit anderen Besitzern demonstrativ zum Stadion zu gelangen. Laut eigenen Angaben wollte er Lebensmittel deponieren – wurde jedoch von Sicherheitskräften gestoppt.

"Wir werden versuchen, Essen und Getränke mitzubringen, denn wir wollen nicht fünf Tage lang eine Million Pesos für Sandwiches ausgeben", erklärte Ruano vor Journalisten. Der Streit könnte noch ein juristisches Nachspiel haben. Ruano hält die aktuelle Regelung für rechtswidrig und drohte bereits mit weiteren Klagen.

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