Für 2026 sind in Wien rund 12.600 neue Wohnungen geplant. Tatsächlich gebaut werden dürften aber nur etwa 9.400 Einheiten. Das geht aus dem aktuellen Neubaubericht Wien 2026 hervor, den die Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Wien gemeinsam mit den Gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) präsentierte.
"Wenn wir den Ausbau und Aufbau in der gebauten Stadt, zusätzlich zum Neubau nicht rasch wieder ermöglichen, wird aus geplanten Projekten kein realer Wohnraum – und das wird man in Wien noch heuer deutlich spüren", gibt Michael Pisecky, Obmann der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder der WK Wien, zu bedenken.
Der Bericht zeigt einen anhaltenden Negativtrend. Zahlreiche Projekte würden derzeit nicht fertiggestellt. Gleichzeitig sei die Zahl der Bauträger deutlich gesunken, auch wirtschaftlich stabile Unternehmen gerieten zunehmend unter Druck.
"Es gibt zahlreiche Projekte, die aktuell nicht fertig gebaut werden. Nicht, weil sie nicht sinnvoll wären, sondern weil sie in der Krise der letzten drei Jahre 'gestrandet' sind. Hier braucht es dringend eine gemeinsame Taskforce, um diese Projekte wieder in Bewegung zu bringen", betont Pisecky.
Mehr als die Hälfte aller Neubauten sind Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen. Rund ein Drittel entfällt auf Drei-Zimmer-Wohnungen, nur 14 Prozent verfügen über vier oder mehr Zimmer. Die durchschnittliche Wohnnutzfläche beträgt 59 Quadratmeter.
92 Prozent der neuen Wohnungen verfügen laut Bericht über eine Freifläche von durchschnittlich rund zehn Quadratmetern. 58 Prozent haben einen Balkon, 26 Prozent eine Loggia, 25 Prozent eine Terrasse und elf Prozent einen Garten.
Der Großteil der Neubauprojekte entsteht weiterhin in den äußeren Bezirken. Besonders die Donaustadt bleibt ein Schwerpunkt des Wiener Wohnbaus. In den innerstädtischen Bezirken ist das Angebot hingegen deutlich geringer.
70 Prozent der Neubauten werden von gewerblichen Bauträgern errichtet, 30 Prozent von gemeinnützigen Bauvereinigungen: "Die Studie zeigt, wie wichtig das Zusammenspiel von gewerblichen und gemeinnützigen Bauträgern für Wien ist. Leistbares Wohnen entsteht dort, wo stabile Rahmenbedingungen auf langfristig orientierte Investitionen treffen", erklärt Paul Steurer, Obmann der gemeinnützigen Bauvereinigungen Wien.
Als wesentliche Hürden für den Wohnbau nennt die Branche die rechtlichen Rahmenbedingungen. Vor allem die Flächenwidmung sei vielerorts nicht mehr zeitgemäß. "Die aktuelle Flächenwidmung stammt aus einer Zeit, in der Wien noch deutlich weniger Einwohner hatte. Sie passt nicht mehr zur Realität einer wachsenden Millionenstadt und muss dringend angepasst werden", meint Pisecky. Auch das bestehende Abbruchverbot stehe einer Weiterentwicklung im Weg.