"Mit meinem Namen kann man eigentlich gar nichts anderes machen", lacht Dominik Biernat im Gespräch mit "Heute". Der gebürtige Solinger wuchs zwischen Düsseldorf und Köln auf – zwischen zwei Welten, wie er sagt. Besonders das Kölner Lebensgefühl hat es ihm angetan: "Die Menschen dort sind so gastfreundlich und offen."
Vor 16 Jahren zog es den Versicherungsangestellten aus beruflichen Gründen nach Wien, wo er bis heute lebt. "Ich hatte einen klassischen Bürojob, aber immer davon geträumt mein eigener Chef zu sein. Und ich war immer ein großer Kölsch Fan. Genau das hat mir hier in Wien gefehlt", erinnert er sich. Eine kurze Recherche ergab: Eine Kölsch Bar gibt es in Wien bislang nicht. Und für Biernat stand rasch fest, diese Lücke füllen zu wollen.
"Die Zielgruppe ist groß, schließlich leben 100.000 Deutsche hier. Alle, mit denen ich gesprochen habe, fanden die Idee super", so der 46-Jährige. Seit März hat das "Biernat's" in der Schweglerstraße (Rudolfsheim-Fünfhaus) geöffnet. Serviert wird das klassische Kölsch in den bekannten, kleinen Gläsern – die einen Grund haben: "Das Kölsch ist ein obergäriges Bier, es stammt aus der Zeit bevor man die Kühlung erfunden hat. Deshalb ist es wichtig, dass man es immer frisch und rasch trinkt. Sonst wird es schal", erklärt der Experte.
Damit die Gäste nicht ständig neu bestellen müssen, hat Biernat eine Kölner Tradition übernommen: "Ist das Glas leer und man möchte noch ein Bier, legt man einfach einen Bierdeckel auf das leere Glas und bekommt automatisch ein Neues." Die Idee werde von den Wienern gut angenommen, schmunzelt er. "Ich dachte, die Skepsis sei größer."
Neben dem klassischen Kölsch (2,80 Euro) bietet Biernat auch andere Biere an – aber nicht jedes: "Ich achte auf Qualität, wenn möglich Bio, und will die Vielfalt unterstützen. Konzernware gibt es bei mir also keine." Für alle, die auf Alkohol verzichten, bietet Biernat eine Auswahl an alkoholfreien Getränken, von Bier bis zum Spritzer. Zum Essen gibt es Snacks aus Köln, so etwa der "Halve Hahn", entgegen seinem Namen seinerseits ein Käsebrötchen mit Senf, Zwiebel und Essiggurken. Auch Mettbrötchen dürfen natürlich nicht fehlen.
Pläne für die Zukunft hat Dominik Biernat zu Hauf: "Ich möchte Feiern anbieten, meinen Gastgarten eröffnen und es gibt bereits Anfragen für Karnevalsveranstaltungen." Das "Biernat's" hat Montag bis Donnerstag von 18 bis 00 Uhr geöffnet sowie Freitag und Samstag von 17 bis 1 Uhr.