Das Umspannwerk Simmering, das Herzstück der Wiener Stromversorgung, wurde nach mehreren Jahren Bauzeit erweitert und modernisiert. Die Wiener Netze investierten insgesamt 150 Millionen Euro in das Projekt sowie in die Anbindung an die Verbindung Simmering-Südost.
Mit einem neuen fünften Transformator und einer neuen 380-Kilovolt-Schaltanlage ist Simmering nun das größte Umspannwerk Wiens. Die Anlage zählt mit ihrer Mittelspannungsanlage und 127 Schaltfeldern zudem zu den größten Umspannwerken Europas.
"Das Umspannwerk Simmering ist der Gigant unter den 47 Umspannwerken der Wiener Netze und ist zugleich wichtiger Dreh- und Angelpunkt, um Strom zu den Wienerinnen und Wienern zu bringen", so Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) bei der offiziellen Inbetriebnahme. Die Wiener Netze würden eine Versorgungssicherheit von 99,9 Prozent gewährleisten und gehörten damit zu den zuverlässigsten Versorgern weltweit.
Die neuen Transformatoren sind gewaltige Anlagen. Die jeweils rund 300 Tonnen schweren Geräte wurden per Bahn angeliefert und mit Spezialkränen an ihren Bestimmungsort gehoben. Zusätzlich wurden laut Wiener Netze rund 150.000 Meter Kabel verlegt, mehr als 10.000 Kubikmeter Beton verarbeitet und 770 Tonnen Baustahl verbaut.
Der Ausbau sei notwendig, weil der Stromverbrauch und die Leistungsspitzen in Wien steigen. Gründe dafür sind unter anderem die zunehmende Elektrifizierung von Mobilität, Industrie und Wärmeversorgung. "Der Stromverbrauch steigt und die Leistungsspitzen nehmen zu, da brauchen wir mehr Kapazität im Stromnetz", erklärt Wiener-Netze-Geschäftsführer Gerhard Fida. Das neue Umspannwerk ermögliche den Transport zusätzlicher erneuerbarer Energie und reduziere gleichzeitig den Wartungsaufwand.
Auch NEOS-Energiesprecher Stefan Gara verweist auf die Bedeutung der Anlage für die Energiewende: "Das neue Umspannwerk Simmering stärkt die Versorgungssicherheit Wiens und schafft die Voraussetzungen, um künftig noch mehr erneuerbaren Strom - insbesondere aus den Windkraftregionen im Osten Österreichs - zuverlässig in die Stadt zu bringen."
Der Spatenstich für das Großprojekt erfolgte bereits im Jahr 2020. Gesteuert wird das Umspannwerk wie alle Wiener Anlagen zentral von den Wiener Netzen.
Insgesamt betreiben die Wiener Netze ein rund 21.100 Kilometer langes Stromnetz für etwa 1,6 Millionen Kunden. Dazu gehören 47 Umspannwerke und rund 11.000 Trafostationen. Umspannwerke übernehmen dabei die Aufgabe, Strom zwischen unterschiedlichen Spannungsebenen umzuwandeln und zu verteilen.