Die Zahl rechtsextremer Straftaten in Tirol hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Das geht aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage hervor. Gleichzeitig registrieren die Sicherheitsbehörden immer jüngere Tatverdächtige und eine Verlagerung der Delikte ins Internet.
Wurden 2023 noch 64 rechtsextreme Tathandlungen erfasst, stieg die Zahl 2024 auf 97. Im Jahr 2025 wurden schließlich 113 Delikte registriert – ein neuer Höchststand.
Nach Angaben der Behörden fällt vor allem auf, dass die Verdächtigen zunehmend jünger sind. Teilweise handelt es sich sogar um unmündige Kinder. Zudem werden rechtsextreme Straftaten immer häufiger im digitalen Raum begangen.
Gleichzeitig werden zahlreiche Ermittlungsverfahren eingestellt. Laut den Sicherheitsbehörden liegt das häufig daran, dass bei jugendlichen Tatverdächtigen der nach dem Verbotsgesetz notwendige Vorsatz zur Wiederbetätigung nicht nachgewiesen werden kann.
Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst, die Landespolizeidirektionen sowie die Landesämter für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung setzen nach eigenen Angaben sowohl auf strafrechtliche Verfolgung als auch auf Präventionsmaßnahmen.
Das Innenministerium arbeitet seit dem Frühjahr 2026 federführend an einem Nationalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus. Damit sollen unter anderem Prävention, Früherkennung, Strafverfolgung und Resozialisierung weiter gestärkt werden.
In Tirol setzt das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung gemeinsam mit Behörden und zivilgesellschaftlichen Partnern verstärkt auf Präventionsarbeit. Dazu gehören Projekte, Informationskampagnen und Vernetzungstreffen.
Ein Beispiel ist das 2022 entwickelte Projekt "Social Media Krake #Rechtsextrem – nein, danke!". Es soll Jugendliche und ihr Umfeld über die Strafbarkeit und die Folgen des Teilens rechtsextremer, verhetzender oder gewaltverherrlichender Inhalte in sozialen Netzwerken informieren.
Gemeinsam mit Schulen sowie Partnern wie dem Kompetenzzentrum Sicheres Österreich sollen Jugendliche mit verständlich aufbereiteten Informationen für einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Inhalten sensibilisiert werden. Darüber hinaus finden laufend Präventions- und Aufklärungsveranstaltungen für verschiedene Altersgruppen statt.