Eröffnung der Festspiele

"Ich mach nicht mit" – Van der Bellen lässt aufhorchen

Bei der Eröffnung der Bregenzer Festspiele fand der Bundespräsident klare Worte. Er betont die liberale Demokratie und warnt vor Polarisierung.
Lara Heisinger
22.07.2026, 11:10
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Mit einem eindringlichen Appell an die Demokratie hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Mittwoch die 80. Bregenzer Festspiele eröffnet. In seiner Rede rief er zu mehr Respekt, Kompromissbereitschaft und gesellschaftlichem Zusammenhalt auf.

Zum Jubiläum der Festspiele würdigte Van der Bellen zunächst die Erfolgsgeschichte der Veranstaltung. Die Seebühne zeige seit acht Jahrzehnten, was möglich sei, wenn Menschen mutig seien und große Ideen verwirklichen wollten.

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Liberale Demokratie als zentrale Botschaft

Im Mittelpunkt seiner Ansprache stand jedoch die Bedeutung der liberalen Demokratie. "Manchmal sehen wir die Errungenschaften, für die wir hart kämpfen mussten, als selbstverständlich an."

Dazu zählt der Bundespräsident die Meinungsfreiheit, das freie Wahlrecht, unabhängige Gerichte und den Gleichheitsgrundsatz. "Dass wir lieben können, wen wir eben lieben. Dass wir miteinander streiten können – richtige Meinungsverschiedenheiten haben – und trotzdem miteinander auskommen können. Und beim Feuerwehrfest trotz allem gemeinsam ein Bier trinken können."

Liberale Demokratie sei keine Veranstaltung, die nur am Wahltag stattfinde, so Van der Bellen, "Nein: Freie, liberale Demokratie ist eine tägliche Übung".

Demokratie beginnt damit, anderen zuzuhören und ihnen mit Respekt zu begegnen. Sie wird geschwächt, wenn politische Gegner nicht mehr als Menschen wahrgenommen werden, so der Bundespräsident.

Warnung vor Polarisierung

Der Bundespräsident warnte außerdem vor der zunehmenden Polarisierung und der Dynamik sozialer Medien. "Wir leben in einer Zeit, in der die Lautesten leicht Aufmerksamkeit bekommen. In der ein Satz, eine Meldung, ein Post auf Social Media schneller geteilt ist als überprüft."

Einfache Antworten seien nicht automatisch die richtigen. Es sei leicht, Wut zu schüren oder Vertrauen zu zerstören, deutlich schwieriger sei es hingegen, Lösungen zu finden und Menschen zusammenzubringen.

Verantwortung trägt die ganze Gesellschaft

Van der Bellen betonte, dass die Grundwerte Österreichs – Freiheit, Gleichheit, Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und Verantwortung – von allen getragen werden müssten. Verantwortung liege nicht nur bei Politik und Institutionen, sondern bei jedem Einzelnen.

Er rief dazu auf, einzuschreiten, wenn andere verächtlich gemacht würden, und schloss diesen Abschnitt mit den Worten: "Ich mach nicht mit."

"Wir gehören zusammen"

Zum Abschluss zog Van der Bellen einen Vergleich zwischen einer Opernaufführung und der Gesellschaft. So wie eine Oper nur im Zusammenspiel vieler Menschen funktioniere, brauche auch Österreich das Miteinander.

"Ich wünsche mir ein Österreich, das auf unsere freie, liberale Demokratie nicht nur stolz ist, wenn sie bequem ist. Sondern eines, das sie verteidigt, wenn es anstrengend wird. Ein Österreich, das sagt: Wir müssen nicht alle gleich sein, um zusammenzugehören."

Seine zentrale Botschaft fasste der Bundespräsident am Ende der Rede noch einmal zusammen: "Wir gehören nicht erst dann zusammen, wenn wir alle gleich denken. Nein, wir gehören zusammen, weil wir alle Österreich sind."

{title && {title} } LH, {title && {title} } Akt. 22.07.2026, 12:16, 22.07.2026, 11:10