Österreichs Beamte bekommen neue Kollegen – die schnell und effizient arbeiten, keinen Urlaub nehmen und nicht genervt sind, wenn sie den ganzen Tag langweilige Routinearbeiten erledigen müssen. Ja: Künstliche Intelligenz (KI) zieht jetzt offiziell in die Staatsverwaltung ein.
Die Regierung hat am Montag eine eigene KI-Anwendung für ihre Beamten vorgestellt: GovGPT (in Anlehnung an ChatGPT) soll die öffentlich Bediensteten bei ihrer Arbeit unterstützen – konkret etwa beim Erstellen von Texten, Zusammenfassen und Analysieren von Dokumenten.
KI solle die Menschen in der Verwaltung aber nicht ersetzen, sondern ihnen den Rücken freihalten, wird betont. Ziel seien weniger Routineaufgaben und mehr Zeit für fachliche Arbeit. Die Verantwortung bleibe beim Menschen. Antworten und Ergebnisse der KI müssen von den Bediensteten geprüft und richtig eingeordnet werden.
Zum Auftakt startet der KI-Assistent GovGPT jetzt im Kanzleramt, als Nächstes folgt ab 21. Juli das Finanzministerium. Zug um Zug folgen die weiteren Ressorts. Gespräche über eine künftige Nutzung des KI-Chatbots laufen auch mit weiteren Bundesorganisationen, den Ländern und Gemeinden.
Bis Jahresende sollen über 180.000 Bundesbedienstete mit dem neuen KI-Werkzeug arbeiten. Im Unterschied zu frei verfügbaren KI-Programmen bleiben bei GovGPT alle Daten beim Bund, sie werden über das Bundesrechenzentrum verarbeitet. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben und nicht zum Training der KI verwendet.
GovGPT ist der erste Baustein einer umfassenden KI-Initiative der Regierung. Weitere KI-Helfer sind in der Pipeline. So soll Ende Juli der Chatbot "ida" in der ID-Austria-App und auf oesterreich.gv.at starten. Ab Ende August ist außerdem der Einsatz von KI im elektronischen Akt geplant. Weitere Anwendungen sollen bei parlamentarischen Anfragen, Übersetzungen, Transkriptionen und barrierefreien Dokumenten helfen.
Hintergrund ist nicht zuletzt, dass in den kommenden Jahren 44 Prozent der Beamten in Pension gehen. Aus Spargründen wird aber nur jede zweite Stelle nachbesetzt – Künstliche Intelligenz soll die Personallücke teilweise kompensieren.