"Hallo, Herr Landespolizeidirektor. I freu mi, Teil deines Teams zu sein." Mit diesen Worten stellt sich Charlotte in einem neuen Video der Polizei Oberösterreich vor. Die digitale Mitarbeiterin sorgt derzeit im Netz für Aufmerksamkeit – sie ist die erste KI-gestützte virtuelle Mitarbeiterin innerhalb der österreichischen Polizei.
Im Video begrüßt Landespolizeidirektor Andreas Pilsl seine ungewöhnliche neue Kollegin. Charlotte erklärt gleich selbst in leichtem OÖ-Dialekt, was sie von anderen Mitarbeitern unterscheidet: "I seh aus wie ein Mensch, i sprech wie ein Mensch, aber i bin kein Mensch."
Die künstliche Intelligenz kommt vorerst im Cyber Crime Training Center der Polizei zum Einsatz. Dort unterstützt sie das Team bei der Aufbereitung von Schulungsinhalten, entwickelt Trainingsszenarien und hilft dabei, komplexe digitale Themen verständlich zu vermitteln. Geschult werden dort Polizisten sowie Staatsanwälte im Bereich digitaler Ermittlungen.
Auf die Frage von Pilsl, ob sich die Polizei künftig auf die Technologie verlassen könne, erteilt Charlotte einer Vollautomatisierung eine klare Absage. "I hoff net". Denn: "Die Verantwortung tragen immer noch die Menschen", erklärt die virtuelle Mitarbeiterin. Technologie könne vieles vereinfachen – allerdings auch für Kriminelle.
Auch Landespolizeidirektor Pilsl betont im Video, dass die Polizei mit der rasanten technischen Entwicklung Schritt halten müsse. "Nicht nur Kriminelle nutzen Technologie, sondern auch wir von der Polizei", sagt er. Gleichzeitig spricht er von einem "dramatischen Wettlauf mit der Zeit", um technisch am Ball zu bleiben.
Zum Schluss erneuert Pilsl auch seine langjährige Forderung nach erweiterten Möglichkeiten für die Polizei. Immer wieder stoße man dabei auf datenschutzrechtliche Hürden. Er wünsche sich mehr Vertrauen und mehr rechtliche Möglichkeiten, um den Herausforderungen der digitalen Kriminalität begegnen zu können.