Turbo fürs Online-Amt

VP-Pröll macht Ernst: Jetzt kommt der digitale Staat

Trotz Sparbudget gibt es mehr Geld für die Digitalisierung. Verwaltung und Behördenwege sollen schneller und einfacher werden. "Heute" hat die Details
Angela Sellner
20.06.2026, 06:00
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Österreich will bei der Digitalisierung weiter nach vorne. Im aktuellen EU-Vergleich liegen wir bei digitalen Verwaltungsservices bereits auf Platz 6 – Anspruch der Bundesregierung ist es aber, in die Top 3 aufzuschließen.

Daher sind im Budget für die kommenden beiden Jahren trotz strengen Sparkurses mehr Mittel für zentrale Digitalisierungsprojekte vorgesehen. Das Motto von Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll (ÖVP): "Einsparungen durch Digitalisierung, nicht bei der Digitalisierung."

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Bis zu 62 Prozent mehr Budget

Konkret sollen 2027 für wichtige Digitalisierungsvorhaben zunächst 106 Millionen Euro bereitstehen, 2028 dann 111,5 Millionen Euro. Dazu kommen eigene Mittel für KI-Anwendungen in der Verwaltung (Public AI): sechs Millionen Euro im Jahr 2027 und 8,5 Millionen Euro im Jahr 2028.

Mit weiteren Ermächtigungen für Registerprojekte ergibt sich ein maximaler Rahmen von bis zu 117 Millionen Euro im Jahr 2027 und bis zu 130 Millionen Euro im Jahr 2028. Gegenüber 2026 entspricht das einem Anstieg von bis zu 46 Prozent 2027 und bis zu 62 Prozent 2028.

„Einsparungen durch Digitalisierung, nicht bei der Digitalisierung.“
Alexander PröllDigitalisierungsstaatssekretär (ÖVP)

Zusätzlich werden 20 Prozent der durch Digitalisierung ermöglichten Personaleinsparungen – nur jeder zweite pensionsbedingte Abgang in der Verwaltung soll nachbesetzt werden – wieder für Digitalisierung zweckgewidmet.  Bis 2030 sind das insgesamt rund 108 Millionen Euro.

ID Austria knackt 6-Millionen-Marke

"Wir wollen Österreich zu einer führenden Digitalnation machen", gibt Pröll die Richtung an. Um dieses Ziel zu erreichen, werde gezielt in Schlüsselprojekte investiert. Das ist unter anderem der Ausbau der ID Austria als digitale Identität für alle – soeben wurde die Marke von sechs Millionen Nutzern geknackt, bei Prölls Amtsantritt im März 2025 waren es erst 3,9 Millionen. "Das Ziel bis 2029 sind neun Millionen ID-Austria-Nutzer", erklärt Pröll – also mehr oder weniger jeder Bürger soll dann dabei sein.

Kampf gegen Bürokratie

Der Digitalisierungs-Turbo soll Behördenwege schneller und einfacher machen. Im Rahmen des "Project X" werden Register besser vernetzt. Der Vorteil: Bürger sowie Unternehmen müssen Daten nicht mehr mehrfach an unterschiedliche Behörden übermitteln, wenn diese der Verwaltung bereits vorliegen. Dieses Prinzip "Once-Only" soll Verfahren beschleunigen und Bürger sowie Firmen entlasten.

KI-Unterstützung

Ein weiterer Schwerpunkt steht unter der Dachmarke Public AI. Dabei soll Künstliche Intelligenz in der Verwaltung helfen, Routinearbeit zu verringern, Wissen besser nutzbar zu machen und Anträge sowie Anfragen schneller zu bearbeiten. Hintergrund: In den kommenden 13 Jahren gehen rund 44 Prozent der Bundesbediensteten altersbedingt aus dem Dienst. Dieser Personallücke soll teils auch KI gegensteuern.

Damit die neuen Angebote auch wirklich ankommen, bleibt die Digitale Kompetenzoffensive Teil des Plans. Die Regierung will mehr Menschen fit für digitale Amtswege, KI und den sicheren Umgang mit Online-Angeboten machen.

{title && {title} } sea, {title && {title} } 20.06.2026, 06:00
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