Eklat im Railjet

Nazi-Lieder in Familienzone – Bundesheer ermittelt

In einem Railjet von Tirol nach Wien sollen mehrere Bundesheer-Soldaten rassistische und antisemitische Aussagen gemacht haben. Ermittlungen laufen.
Newsdesk Heute
28.05.2026, 12:55
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Ein Vorfall in einem Railjet von Tirol nach Wien sorgt derzeit für Aufregung. Mehrere junge Männer sollen während der Zugfahrt rassistische und antisemitische Aussagen gemacht sowie lautstark Rechtsrock abgespielt haben. Laut Verteidigungsministerium handelt es sich offenbar um Soldaten des Bundesheeres.

Ein Fahrgast schilderte der "Tiroler Tageszeitung" die Szenen in der Familienzone des Zuges. Dort seien am Montag mehrere Männer mit Bier und Lautsprecher gesessen. Anfangs sei die Stimmung noch ruhig gewesen, später sei der Ton aber deutlich aggressiver geworden.

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Über den Lautsprecher seien unter anderem Lieder der Band "Sleipnir" abgespielt worden. Die Gruppe wird vom deutschen Verfassungsschutz als neonazistisch und rechtsextrem eingestuft.

"Ich bin ein Nazi"

Der Zeuge berichtete außerdem, die Männer hätten Migranten verspottet und sich rassistisch geäußert. Mehrfach sei auch das N-Wort gefallen. Zudem soll einer aus der Gruppe laut erklärt haben: "Ich bin ein Nazi."

Auch der Begriff "Volksverräter" sei verwendet worden. Mehrere Passagiere hätten sich laut dem Zeugen unwohl gefühlt und Angst gehabt.

Einige Fahrgäste hätten die Männer schließlich aufgefordert, ihre Aussagen für sich zu behalten. Ohne Erfolg. Erst nachdem der Schaffner informiert worden war, sei die Musik leiser gestellt worden. "Es war schlimm. Viele Leute im Waggon fühlten sich merklich bedrängt, hatten Angst", schilderte der Fahrgast weiter.

Bundesheer bestätigt Ermittlungen

Laut Verteidigungsministerium ist der Vorfall bereits bekannt. Sprecher Michael Bauer erklärte gegenüber der "TT": "Sie wurde gemeldet. Wir halten die Schilderungen für glaubhaft, haben keinen Grund daran zu zweifeln."

Die Identität von fünf Männern sei inzwischen festgestellt worden. Nach aktuellem Stand handle es sich um in Tirol stationierte Kaderanwärter des Bundesheeres.

Laut "TT" gibt es inzwischen auch eine Anzeige bei der Wiener Polizei, zudem soll die Staatsanwaltschaft eingebunden sein. Eine offizielle Bestätigung der Behörden stand zunächst noch aus.

"Null-Toleranz-Politik"

Das Verteidigungsministerium habe bereits Videos des Vorfalls gesichtet. Laut Bauer sei darauf "explizit strafrechtlich Relevantes" wegen der schlechten Qualität vorerst nicht zu erkennen. Es gebe allerdings mehrere Zeugenaussagen.

"Sobald unsere Ermittlungen abgeschlossen sind, werden wir Bericht an die Staatsanwaltschaft erstatten und disziplinarische Maßnahmen einleiten. Das Bundesheer verfolgt bei solchen Dingen eine Null-Toleranz-Politik", sagte Bauer.

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