Landete vor Gericht

"Will ihn abstechen" – Unteroffizier drohte Kameraden

Ein steirischer Unteroffizier hat mit massiven Drohungen im Bundesheer für Aufsehen gesorgt. Junge Soldaten meldeten ihn.
Österreich Heute
13.05.2026, 16:13
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Ein 62-jähriger Unteroffizier des Bundesheeres aus der Südsteiermark hat mit massiven verbalen Entgleisungen für Aufsehen gesorgt. Junge Gefreite waren nach den Aussagen "schockiert und sprachlos" und meldeten den Vorfall.

Laut Gericht soll der Mann vor Soldaten unter anderem gesagt haben: "Sollte der stellvertretende Kompaniekommandant mir bei einer Dienstkontrolle deppat kommen, werde ich ihm gerne ein paar Kugeln in den Kopf jagen."

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Gefreite fühlten sich eingeschüchtert

Auch weitere drastische Aussagen wurden wiedergegeben, etwa: "Gebt mir ein Messer! Wenn ich den treffe, will ich ihn abstechen. Und ihm mit der Dienstwaffe seine Zähne einschlagen und den Kopf abschneiden, diesen dann irgendwo aufspießen und ihn im Anschluss vergraben."

Die jungen Soldaten schilderten vor Gericht, sie seien durch die Aussagen verunsichert gewesen. Einer sagte: "Als Vorgesetzter war er eigentlich nett. Aber als er sagte, ich solle ein Loch für den anderen ausgraben, war ich schon erschrocken."

Wieder ein anderer ergänzte laut der "Kleinen Zeitung": "Mir ist schon klar, dass er ihn nicht echt umbringen will. Aber eine gewisse Gewaltbereitschaft kann ich nicht ausschließen."

Angeklagter spricht von "Schimpftirade"

Der Angeklagte selbst sprach im Verfahren von einer Überreaktion. "Generell war es eine Schimpftirade. Die Formulierungen wurden aber in der Anklage verdreht", sagte er vor Gericht.

Er erklärte zudem: "Ich war zwei Jahre lang durchgehend im Einsatz. Man nimmt leider ein bissl die martialische Ausdrucksweise an, die dort beim Heer herrscht."

Auf die Vorwürfe angesprochen meinte er außerdem: "Ich sagte nur: Wahnsinn, dass den noch keiner erschossen hat."

Diversion abgelehnt

Die Meldung durch die Soldaten hatte Konsequenzen: Der Unteroffizier verlor seinen Job beim Bundesheer. Zusätzlich kam es zu einer Anklage wegen gefährlicher Drohung am Grazer Straflandesgericht.

Die Staatsanwaltschaft bot eine Diversion an, die der 62-Jährige jedoch ablehnte.
"Ich kann mir das nicht leisten", sagte er und verlangte ein Urteil.

Das Ergebnis: ein Schuldspruch mit fünf Monaten bedingter Haft – nicht rechtskräftig.

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