Griechenland rüstet sich angesichts neuer Flüchtlingsankünfte über das Mittelmeer für weitere Überfahrten aus Libyen. Nach Angaben des griechischen Migrationsministers Thanos Plevris warten derzeit rund 550.000 Migranten und Flüchtlinge in Libyen auf eine Möglichkeit, nach Europa zu gelangen.
Athen arbeite deshalb eng mit der EU-Grenzschutzagentur Frontex sowie mit den libyschen Behörden zusammen. Ziel sei es laut Plevris, Schleusernetzwerke zu bekämpfen, Boote möglichst früh zu orten und Abfahrten von der nordafrikanischen Küste zu verhindern.
Die Aussagen des Ministers kommen nach neuen Einsätzen südlich der griechischen Insel Kreta. Wie der staatliche Rundfunk berichtete, brachte die griechische Küstenwache am Sonntag insgesamt 125 Migranten in Sicherheit. Sie waren mit zwei Booten südlich der Mittelmeerinsel unterwegs.
Das griechische Wetteramt meldete zwischen Libyen und Kreta derzeit ruhige Wetterbedingungen mit nur schwachen Winden. Nach Einschätzung von Offizieren der Küstenwache könnten deshalb weitere Boote aus Libyen Kurs auf Kreta genommen haben.
Nach Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR erreichten im vergangenen Jahr rund 42.000 Migranten auf dem Seeweg griechische Inseln und damit die Europäische Union. Im östlichen Mittelmeer wurden im selben Zeitraum 107 Todesopfer registriert.