In deutschen Freibädern werden die Regeln für Kinder zunehmend verschärft. Hintergrund ist die Sorge vieler Betreiber, dass immer mehr junge Badegäste nicht sicher schwimmen können.
Ein Freibad im nordrhein-westfälischen Verl zieht nun Konsequenzen: Kinder unter 16 Jahren dürfen dort künftig nur noch ins Bad, wenn sie mindestens das Schwimmabzeichen Bronze besitzen oder von einer geeigneten Begleitperson begleitet werden. Darüber berichtete die deutsche "Bild".
Die Debatte kommt nicht von ungefähr. Laut der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) kamen in Deutschland im Jahr 2025 mindestens 393 Menschen bei Badeunfällen ums Leben. Besonders alarmierend sei die Situation bei Kindern. Studien zufolge können rund 20 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen in Deutschland nicht schwimmen.
Zudem würden viele Eltern die Fähigkeiten ihrer Kinder überschätzen. In einer repräsentativen Umfrage gaben zwar 57 Prozent der Eltern an, ihre Kinder seien sichere Schwimmer. Nach Einschätzung der DLRG gilt man allerdings erst dann als sicherer Schwimmer, wenn das Bronze-Abzeichen – auch "Freischwimmer" genannt – bestanden wurde. Genau dieses Abzeichen wird in Verl nun zur Voraussetzung gemacht.
"Mütter und Väter sind oft der Meinung, ihr Kind könne schwimmen, wenn es das Seepferdchen hat", sagt Christian Landsberg, Ausbildungsleiter der DLRG gegenüber der "Bild". Das Seepferdchen-Abzeichen reicht laut der Organisation jedoch nicht aus, um Kinder als sichere Schwimmer einzustufen.