"Kann nicht mehr weitergehen"

Angst vor Jugendbanden – das sind die Hotspots in Wien

Wien hat mit Jugendkriminalität zu kämpfen. Die Täter sind teilweise nicht strafmündig. Nun schlagen mehrere Bezirksvorsteher Alarm.
Newsdesk Heute
21.07.2026, 19:01
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Immer wieder kommt es in Wien zu blutigen Szenen. Das erschreckende dabei: oft sind Täter involviert, die noch nicht einmal strafmündig – also unter 14 Jahre alt – sind. Die Taten reichen von Pöbeln, Raufereien, Sachbeschädigungen bis hin zu Raubüberfällen und Verfolgungsjagden auf E-Scootern. Der Justiz sind oft die Hände gebunden.

Es sind Bilder, die längst nicht mehr nur bekannte Brennpunkte wie den 10. Wiener Gemeindebezirk betreffen, wie eine "Krone"-Anfrage an die 23 Bezirksvorsteher deutlich macht. Besonders betroffen seien Parks, U-Bahn-Stationen oder große Wohnhausanlagen. Die Hemmschwelle scheint immer mehr zu sinken, die Gewaltbereitschaft steige hingegen an.

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270 Straftaten von einem Burschen

Ein betroffener Bezirk ist Brigittenau. Laut Bezirksvorsteherin Christine Dubravac-Widholm (SPÖ) erlebe man einen "moderaten Anstieg von Jugendkriminalität". Besonders brisant: Dort gibt es einen Jugendlichen unter 14 Jahren, auf dessen Konto bereits 270 Straftaten gehen.

Ortswechsel nach Wien-Favoriten: Auch hier spitzt sich die Lage immer weiter zu. Gegenüber der "Krone" erzählt Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ) von der angespannten Lage in den Parks im Inneren des Bezirks. Als Hotspots nennt er Reumannplatz, Keplerplatz, Wielandpark und Sonnwendviertel. Im Helmut-Zilk-Park sorgt mittlerweile ein Sicherheitsdienst für die Einhaltung der Nachtruhe. Franz verstehe die "Sorgen und Ängste" der Anrainer.

Ruhiger scheint die Lage hingegen im Bereich um den Südtiroler Platz geworden zu sein. Durch Sozial- und Kulturarbeit sowie verstärkte Polizeikontrollen habe sich die Situation verbessert.

Auch Nobelbezirke betroffen

Auch in Währing sieht man sich mit immer mehr Jugendkriminalität konfrontiert. "Man muss sich jetzt etwas überlegen. So kann es nicht mehr weitergehen", sagt Bezirksvorsteherin Silvia Nossek (Grüne). Ihr zufolge wären es einzelne Teenager, die in ihrem Bezirk für Unruhe sorgen. Nossek gibt dabei, das junge Alter der Täter zu denken. Die Kinder sollten eigentlich in der Volksschule oder Unterstufe sein. Stattdessen hätten sie es aber immer häufiger mit der Polizei zu tun.

In vielen Bezirken nennt man die gleichen Gründe für die Problematik. Demnach hätten die Jugendlichen soziale Probleme. Zudem würde es an Perspektiven und Betreuung mangeln. Des Weiteren seien die Teenager sehr mobil und würden oft gar nicht in den Bezirken wohnen, wo sie dann zuschlagen.

Die Jugendkriminalität hat inzwischen auch den Nobelbezirk Döbling erreicht. Hier haben vor allem die Schulen zu kämpfen. Bezirksvorsteher Daniel Resch (ÖVP) verlangt Konsequenzen: "Mir reicht es jetzt! Sicherheit entsteht nicht dadurch, dass man Probleme schönredet. Sondern, dass man hinschaut, Probleme anspricht, handelt und dranbleibt!"

Auszeit-WG als Lösung?

In letzter Zeit wurde in der Politik oft das Herabsetzen der Strafmündigkeit ins Spiel gebracht. Nach einer Bluttat in Wien-Favoriten – der Verdächtige war erst 12 Jahre alt – brachte Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) das Thema ins Spiel.

Seitens der Wiener-SPÖ wird dies jedoch abgelehnt. Nun soll eine "Auszeit-WG" für strafunmündige Intensivtäter in Wien-Simmering das Problem lösen. Jährlich soll sie acht bis 16 Kindern Platz bieten. Zuletzt gab es jedoch Kritik an den Kosten und der Wirksamkeit der Maßnahme. Zudem hätte die "Auszeit-WG" eigentlich bereits im Mai in Betrieb gehen sollen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 21.07.2026, 19:01