Drohungen und Gewalt

"Will deinen Kopf" – Lehrer haben Angst vor Schülern

Gewalt an Schulen und Jugendbanden betreffen längst nicht mehr die Brennpunktbezirke Wiens. Die Probleme halten auch in Döbling Einzug.
Newsdesk Heute
07.07.2026, 20:15
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Das Schuljahr in Wien ist beendet, die Sorgen von Lehrern und Direktoren bleiben jedoch bestehen. Immer öfter liest man in den Medien von Gewalt an Schulen und kriminellen – teils noch strafunmündigen – Jugendlichen. Ein Problem, welches längst nicht mehr nur Brennpunktbezirke Wiens betrifft.

Auch in Döbling, der eigentlich als Nobelbezirk gilt, kennt man die Problematik. So kam es zu Sesseln, die aus Klassenzimmern flogen, ein anderer Schüler schnappte sich die Dienstwaffe seines Vaters und feuerte in einem Park mehrere Schüsse ab. Auch Raubüberfälle auf dem Schulweg durch Jugendliche sind keine Seltenheit. Erst im Juni hatte ein 13-Jähriger in einem Klassenzimmer seine Schularbeit angezündet. Die Lage ist angespannt.

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Vermehrt Polizeieinsätze an Schule

Davon berichtet auch die langjährige Direktorin einer Döblinger Mittelschule gegenüber der "Presse". Ihr würde vor allem eine kleine Gruppe von Schülern das Leben schwer machen. Hilferufe von Eltern, deren Kinder online bedroht werden, seien keine Seltenheit mehr. Vor allem in den letzten zwei Jahren hätten die Fälle massiv zugenommen. Seither hätten auch vermehrt Viertklässler die Schule besucht, die bereits im Gefängnis waren.

Ein verstärkender Faktor für die momentane Lage sei auch, dass die Kinder während der Coronapandemie in der Volksschule durch das Distance Learning nicht sozialisiert wurden. Seitdem habe man auch immer öfter die Polizei zur Schule alarmieren müssen. Zudem erzählte die Pädagogin von Bandenstrukturen, die sich in Döbling bilden würden.

Dabei würde nach einem bestimmten Muster vorgegangen werden: Ältere Jugendliche würden gezielt unter 14-Jährige anwerben, da diese noch strafunmündig sind. Treffpunkte dieser Gruppen seien inzwischen der Olympiapark nahe der S-Bahn-Station Oberdöbling oder der kleine Park vor dem Einkaufszentrum Q19. Die Teenager würden sich gegenseitig zu Straftaten anstacheln und Mitschüler drangsalieren. Aber auch vor dem Lehrpersonal würden sie keinen Halt machen.

Suspendierung bringt oft nichts

Dabei würden Sätze wie "Ich will deinen Kopf" oder "Ich mach sie alle fertig" fallen. Mitschülern wird das Taschengeld geraubt, Lehrer werden teilweise nach Hause verfolgt. Die Pädagogen seien mit der Situation überfordert, zumal sie auch nicht die Handhabe hätten, um dagegen vorzugehen. So dürften sie keine "Taschen nach gefährlichen Gegenständen durchsuchen" oder "die Eltern nicht zum Kooperieren zwingen", klagte die Direktorin.

Auch eine Suspendierung würde nur wenig bringen, wie der Fall eines Schülers zeige. Dieser sei dennoch zur Schule gekommen und habe Mitschüler bespuckt und Lehrer bedroht. An seiner alten Schule habe er zwei Schulkollegen krankenhausreif geschlagen. Andere Suspendierte würden am Online-Ersatzlehrprogramm der Bildungsdirektion teilnehmen und dort mit ihren Drohungen weitermachen.

Lehrer haben Angst

Laut der Direktorin würden die betroffenen Jugendlichen oft aus Familien stammen, wo die Eltern vom System überfordert seien. Bei manchen würden auch die nötigen Sprachkenntnisse fehlen. Die Pädagogin fordert härtere Maßnahmen. So sollten Eltern, deren Kinder sich nicht an die Vorgaben halten, finanziell bestraft werden. Des Weiteren brauche es mehr Förderklassen und mehr Durchmischung an den Schulen. Bessere Schüler sollen die anderen mitziehen.

Besonders dramatisch: Manche Lehrer hätten bereits Angst vor diversen Schülern. Zwar habe die Polizei verstärkt Präsenz gezeigt, um die Lage zu entspannen – eine Dauerlösung könne dies aber nicht sein. Die Direktorin hofft, dass sich die Lage im kommenden Schuljahr verbessert. Dabei soll der Chancenbonus der Bundesregierung helfen. Durch diesen sollen Brennpunktschulen mehr Personal erhalten.

{title && {title} } red, {title && {title} } 07.07.2026, 20:15
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