"Wusste genau, was ich tue"

Aus Lokal geprügelt – Sekunden später fielen Schüsse

Ein Racheakt hatte nun ein juristisches Nachspiel: Ein Kroate schoss auf ein Wiener Lokal, nachdem er verprügelt wurde. Nun stand der Mann vor Gericht
Newsdesk Heute
02.07.2026, 09:33
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"Ich wusste genau, was ich tue", waren die Worte eines 35-jährigen Kroaten, der sich am Wiener Landesgericht verantworten musste. Der Fall geht zurück auf die Nacht auf den 6. Juli 2025. In jener Sommernacht schoss der Angeklagte mit einer illegalen Waffe zweimal in die Luft, einen Schuss feuerte er auf eine Glastüre eines Lokals in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus ab.

Doch warum griff der Hobby-Schütze zu der Pistole? Zuvor war es in der Märzstraße zu wilden Szenen gekommen. Der Kroate wurde von fünf Männern angestänkert, aus dem Lokal gezerrt, zu Boden geworfen, getreten und geschlagen – Videoaufnahmen dokumentierten den Vorfall. Anstatt die Polizei zu rufen, ging der Mann zu seinem BMW und holte die Waffe aus der Mittelkonsole.

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"Als unfair empfunden"

Danach folgten die Schüsse in die Luft, seine Angreifer liefen daraufhin in das Lokal. Um zu beweisen, dass die Waffe echt sei, habe der 35-Jährige dann auf die Glastüre gefeuert. Wie die "Krone" berichtet, musste sich der Angeklagte daher wegen zweifachen Mordversuchs verantworten – verletzt wurde bei dem Angriff niemand.

Vor Gericht sagte der Mann, dass er wütend gewesen sei und es "als unfair empfunden" habe, dass ihn die Männergruppe erneut attackiert habe. Schon zuvor sei es zu Auseinandersetzungen zwischen ihm und den fünf Männern gekommen. Die Anwälte des Beschuldigten beteuerten, dass ihr Mandant nicht in Mordabsicht gehandelt habe.

Das Urteil

Auch der Kroate meinte, dass es sich um eine doppelte, schalldichte Glastüre gehandelt habe. Dies hätte ihm der Besitzer des Lokals verraten. Er betonte, dass das Kaliber seiner Waffe zu klein gewesen wäre, um durchzugehen. Dieses Wissen habe er aus seiner Securityausbildung.

Am Ende kam der Angeklagte glimpflich davon. Die Geschworenen sahen den Mordversuch als nicht gegeben. Der 35-Jährige wurde wegen gefährlicher Drohung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit – nicht rechtskräftig – zu 21 Monaten bedingter Haft verurteilt. Damit ist das letzte Wort in der Causa aber noch nicht gesprochen, denn auch gegen die Männergruppe wird ermittelt.

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